Liebe Leserin, lieber Leser,

 ein anderes Weihnachtsbild.
Der Blick fällt in die Höhle. Dort sind drei: Vater und Mutter schauen auf das Kind, sonst ist da niemand.
Draußen geht es durch wechselnde Landschaften. Da ist ein Weg, der führt an Bäumen vorbei zu den Kreuzen auf dem Berg.
„Das sind Maria und Josef!“ sagt einer der Konfirmanden im Unterricht. „Ja, und da oben wird er gekreuzigt“, sagt jemand anders.
Ich frage in die Runde: „Ist da etwas, das euch auffällt?“
„Da sind Steine am Weg und die Bäume zeigen die verschiedenen Jahreszeiten an ... oder sollen das die Lebensalter sein?“ Der das gesagt hat, wirkt nachdenklich. Er hat etwas entdeckt. Sein Nachbar ergänzt: „Auf den Bergen liegt Schnee und dahinter ist der Ozean oder das Meer.“
Andere sehen noch mehr: Da sind drei, die miteinander auf dem Weg sind. Drei sind in der Höhle, drei Kreuze stehen auf dem Berg. Plötzlich ruft jemand: „Die sind ja nackt am Kreuz!“ „Wo?“ „Zeig mal, tatsächlich!“
Die Konfirmanden selbst würden es so nicht sagen, aber die Struktur des Bildes hilft ihnen, sich in diese Landschaft hineinzubegeben und Weihnachten – im wahrsten Sinne des Wortes – mit anderen Augen zu sehen.
„Das Kind liegt in so einem komischen Ding.“ „Da ist ja gar keine Lampe in der Höhle!“ „Und? Woher kommt das Licht?“ „Von dem Kind! Das Kind macht die Gesichter hell.“
Ich sage: „Wisst Ihr eigentlich, dass Ihr eine tolle Gruppe seid?“ Einen Moment ist es still. Einige freuen sich.
Dann geht es wieder los: „Das mit dem Schnee, das könnte doch bedeuten, dass der Tod so kalt ist, und das Licht in der Höhle und das Grün der Landschaft, dass das Leben schön ist.“ „Ja und das Meer, das in den Himmel übergeht, das ist doch klar: Weil die Geschichte weiter geht, dass da kein Ende ist.“
Ich glaube, damit ist alles gesagt: „... dass da kein Ende ist!“
Nur dies eine noch: Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit, ein fröhliches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr!
Ihr
Rainer Rahlmeier
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