Liebe Leserin, lieber Leser,

Pastor Rainer Rahlmeier"Was braucht es zum Leben? Zeit und Ruhe. Licht, Luft und Sonne. Menschen, deren Nähe gut tut. Erlebnisse und Begegnungen, die den Horizont erweitern. Urlaub und Ferien sind Zeiten des Lebens. Einfach mal raus hier und etwas anderes sehen und hören. Sonne im Gesicht spüren und sich den Wind um die Nase wehen lassen - zu Hause oder in fremder Umgebung. Einen ganzen Tag lang nichts tun, und wenn, dann nur das, was Spaß macht: Zeit statt Termine, lesen, arbeiten mit der Hand, baden, fotografieren, Neues entdecken und Bekanntes genießen. Herrlich. Wunderbar. Egal ob eine Tasche voller Sachen, ein Koffer oder der ganze Wohnwagen, eigentlich brauchen wir wenig, um Großes zu erleben. Seltsam, wie sich das Leben dann verändert. Es sind die kleinen Dinge, die das Leben groß machen: der Sand unter den Füßen, die Wanderung im Wald, ein Cappuccino auf der Piazza, ein Stück Brot, das schmeckt.
Das Foto auf dem Titel könnte aus dem Urlaub sein. Das Restaurant liegt am Meer. Man sieht den blanken Tisch, das Brot liegt schon da. Es ist noch warm und duftet. Was da ist, wird geteilt, einfach so mit der Hand. Gleich bringt der Wirt den Wein und das Essen. Die Wellen rauschen. Ein Abend im Süden, voller Leichtigkeit und Wärme, wonach wir uns hier so oft sehnen.
Wer in unsere Maria-Magdalenen-Kirche kommt, kann die Hand und das Brot sehen. Es ist ein Ausschnitt des Bildes der Emmausjünger, dass Eugen Trubatschow gemalt hat. Er und seine Schwester Elena haben uns ihre drei Bilder (der barmherzige Samariter, die Heilung des Wassersüchtigen am Sabbat) am 6. Juni erklärt. Bald werden sie in die Bilderbibel an der Empore eingefügt werden. Die neuen Bilder der zeitgenössischen Künstler wollen erschlossen werden. Welche Deutung geben sie uns von Auferstehung, von Nächstenliebe und von Heilung? Mir gefällt der Gedanke, dass wir auf diesem Bild etwas sehen können, was von Urlaub, Leben und Auferstehung erzählt. Bilder sind Brot für die Seele.
Ich wünsche Ihnen eine erholsame Zeit und uns einen schönen Sommer.
Ihr
Rainer Rahlmeier
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