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Eingestellt am: 22.03.2012

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2001 Nr. 1

Gemeindebrief

Leuchtturm
Leuchtturm

Mitteilungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Bramstedt

April 2001 - Juni 2001


Liebe Leserin, lieber Leser

Martin Makowka
Martin Makowka

    An der Wand rechts von meinem Schreibtisch hängt eine kleine Sammlung von Leuchtturmbildern. Leuchttürme faszinieren mich. Sie sind beeindruckend groß und stark, schwanken nicht hin und her und haben eine beneidenswert klare und eindeutige Bestimmung.
    Das Bild auf der Titelseite ist eigentlich ein "Schummelbild", denn es ist am hellichten Tag aufgenommen. Vor zwei Jahren spazierte Familie Makowka zu fünft in Dänemark auf der kleinen Hügelwiese um den abgebildeten Leuchtturrn herum. Die Sonne lachte am strahlend blauen Himmel. Für das Foto stand sie hinter der Turmspitze und schickte ihre Strahlen durch die Linse des Leuchtfeuers.
    Erst als ich das Foto in den Händen hatte, ging mir eine symbolische Deutung dieses Bildes auf: Die Sonne, als göttliches Sinnbild für Licht und Wärme, die unser menschliches Leben ermöglicht und schön macht, steht ,,hinter uns", stärkt uns den Rücken, wenn wir uns aufmachen, einander Licht und Wärme und Hilfe zu werden.
    Zu Ostern feiern wir das Fest der Auferstehung. Viele Menschen sprechen ihre Zweifel laut aus. Ähnlich, wie damals der Jünger Thomas: "Ich kann nicht glauben, was ihr sagt! Ich glaube nur, was ich sehe!" - Und ich selbst möchte dann manchmal in diesen Ruf mit einstimmen, denn auch ich halte mich erst einmal an das, was ich verstehe, bin ein Kopfmensch. Ich versuche danach zu leben und zu handeln, was ich als gut und richtig erkannt habe, was mir einleuchtet.
    Das Ende dieser Geschichte finde ich sehr schön und es macht mir Mut: Jesus geht auf Thomas zu, verurteilt ihn nicht und sein Zweifeln auch nicht, sondern hilft ihm, indem er ihm das gibt, was er braucht: seine sichtbare und spürbare Gegenwart. So stellt er Thomas´ Vertrauen und seinen Glauben wieder her.
    Die Gegenwart Jesu, so lesen wir auch an verschiedenen weiteren Stellen, hat viele Menschen mit großer Freude und mit einer inneren Wärme erfüllt, so als ob Gott selbst ihnen ganz nah kam. Wenn durch das Verhalten und die Wärme zwischen Menschen heute Gottes Güte sichtbarer und spürbarer wird, wenn Verständigung, Verzeihen und Frieden möglich werden, wenn Gottes gute Gedanken in uns lebendig werden, so wie damals in Jesus und seinen Jüngern, dann wird Ostern, dann wird Auferstehung wieder glaubhaft.
    In denen, die Vertrauen und Güte wagen, kann das ,,Licht der Welt", Jesus, auferstehen; so wie er zu seinen Jüngern sagte: "Ihr seid das Licht der Welt!" - Das will ich glauben ... und weiter Dinge sammeln, die mir einleuchten; Glaubenseinsichten und Leuchtürme.

Ihnen wünsche ich ein frohes Osterfest.


Ihr Martin Makowka