Trauerbegleitung 2005 / 2006
„Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?" Mit diesen Worten übersetzte Martin Luther Worte des Apostels Paulus (1.Kor 15,55). Die Zuversicht des Glaubenden wird der Angst vor dem Tod entgegengestellt. Es mag sein, dass wir diese Angst nicht haben. Und doch: Ein geliebter Mensch ist gestorben, nicht mehr bei uns, er fehlt. Was da ist, ist eben jener Stachel, der uns schmerzt. Der Verlust tut weh. Die Welt sieht anders aus, wenn Menschen, die zu uns gehörten, nicht mehr da sind; es ist, als sei die Welt, als sei ich selbst „ver-rückt“. So beschrieb es eine Teilnehmerin während des letzten Trauerkurses.
Der Tod führt bei denen, die zurückbleiben, zu dem Empfinden, dass nichts mehr so ist, wie es einmal war, dass das Leben seine Normalität verloren habe. Das sind oft Gefühle, die verunsichern oder auch erschrecken können. Um so wichtiger ist es, Menschen zu haben, denen ich diese Gefühle mitteilen kann, mit denen ich über all das, was mich in der Trauer bewegt, reden kann, die mir zuhören. Oft sind wir weder im Trauern noch im Zuhören geübt. Die Begegnung mit Trauernden wird dann lieber vermieden in der Hoffnung, der andere werde schon „darüber hinwegkommen“. Oder: Trauernde mögen sich selbst anderen nicht zumuten.
Wir, Wiebke Kunz und Jörg Möller-Ehmcke, wollen Ihnen Zeit und Raum geben, sich mit anderen Trauernden auszutauschen, denen es ähnlich geht wie Ihnen; es ist „normal“ zu trauern! Diese Erfahrungen schaffen oft schon Entlastung in einer Zeit, die als bedrückend empfunden wird.
Wir wollen uns beginnend mit der Adventszeit einmal monatlich montagabends treffen und Sie über den Zeitraum eines Jahres begleiten.
Um das Vorhaben zu ermöglichen, wäre es schön, dass wir nicht weniger als sechs aber auch nicht mehr als zwölf werden, die an der Gruppe teilnehmen. Da es kein leichter Weg wird, auf den wir uns begeben wollen, bitten wir Sie, vorher mit uns Kontakt aufzunehmen (bis 25.11.05), damit wir uns im Vorfelde einmal sprechen können.
Wiebke Kunz (Tel. 898 554) und Jörg Möller-Ehmcke (Tel. 813 357)
|