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Eingestellt am: 16.02.2011

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2005 Nr. 4

Gemeindebrief

Ein Weihnachtsbild gemalt von Levke (6 Jahre)
Ein Weihnachtsbild gemalt von Levke (6 Jahre)

Mitteilungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Bramstedt 

Dezember 2005 - April 2006


Liebe Leserin, lieber Leser

Martina Hünger
Martina Hünger

    heute möchte ich Ihnen eine Weihnachtsgeschichte erzählen ...

    Wie alle Jahre wieder am Heiligen Abend legt der Weihnachtsmann seinen zwölf Rentieren ihr bestes Geschirr an. Rot und Gold ist es und viele Glöckchen klingen dran. Doch in diesem Jahr ist etwas anders. Diesmal wird der Weihnachtsmann seine Reise auf die Erde nicht alleine antreten. Begleitet wird er von einem ganz jungen Weihnachtsmann namens Klaus, den er in die Bräuche des Ge-schenkeverteilens und Schenkens einweisen möchte. Schließlich herrschen in jedem Land andere Bräuche und Sitten. Da gilt es, keinen Fehler zu machen.
Es ist soweit. Der Weihnachtsmann und sein Gehilfe springen auf den voll bepackten Schlitten und es geht in Richtung Erde.
    Über dem Nordpol ist es ganz schön dunkel und kalt und in einem großen Bogen erreichen sie Deutschland. Die Straßen und die Häuser sind festlich dekoriert. Überall leuchten Kerzen und leise klingen Weihnachtslieder durch die klare Nacht. Klaus, der noch nie in Deutschland war, fällt fast aus dem Schlitten, weil er sich so weit nach draußen lehnt, um in die Fenster zu schauen.
    In einer Familie sind es zwei Kinder, die jubelnd Geschenke auspacken, doch irgend etwas ist anders als in den anderen Familien, die er vorher gesehen hatte. Klaus überlegt, was das wohl ist. Da fällt ihm auf, dass eines der Kinder im Rollstuhl sitzt. Das ist aber auch schon alles, was es von seiner Schwester unterscheidet. Seine Freude und sein Lachen sind die gleichen.
    Sie fliegen weiter. Unter ihnen stapfen ein junger und ein etwas älterer Mann durch den Schnee. Wo die wohl hin wollen, wundert sich Klaus. Der Weihnachtsmann kennt die Antwort: „Der jüngere heißt Lars. Er ist mit seinem Assistenten wie jedes Jahr am Heiligen Abend unterwegs zu seinen Eltern. Sie wollen zusammen feiern.“ „Assistent?“ fragt Klaus. „Was ist denn das?“ „Lars hat das Down-Syndrom. Er lebt in seiner eigenen Wohnung, fünfzehn Minuten zu Fuß von seinen Eltern entfernt. Da er nicht ganz alleine zurecht kommt, hat er einen Assistenten. Der unterstützt ihn bei allem, was er nicht alleine kann.“ erklärt der Weihnachtsmann. Drei Straßen weiter sitzt eine ganze Familie in einem Raum zusammen und singt ein Weihnachtslied. Mitten zwischen ihnen liegt mit strahlenden Augen eine alte Frau. „Das ist Frau Petersen. Sie ist schon fast neunzig, sieht schlecht, hört nicht mehr besonders gut und lebt bei ihrer Enkeltochter, die sie pflegt.“ erklärt der Weihnachtsmann dem fragenden Klaus.
    Sie fliegen weiter und verteilen ihre Geschenke in kleine Einfamilienhäuser und großen Wohnblocks. In den meisten Wohnungen feiern Familien und Freunde miteinander. Immer wieder sind auch behinderte und alte Menschen darunter.
    Dies alles zu sehen erfüllte den Weihnachtsmann und Klaus mit großer und innerer Zufriedenheit, als sie zurück zum Nordpol flogen.
Schenken und beschenkt werden gehören nun einmal zu Weihnachten. Sie erinnern uns an das erste und größte Weihnachtsgeschenk, das Gott selbst uns gemacht hat, das Jesuskind zu Bethlehem.
    Schenken und beschenkt werden hat etwas mit lieb haben zu tun. Jedes Geschenk sagt es: Du, schau her, ich mag dich. Und Gott ist dann immer dabei.

So wünsche ich Ihnen und Ihren Familien, Freunden und Angehörigen ein gesegnetes und geruhsames Weihnachtsfest.

  Ihre

             Martina Hünger