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Eine schwere Frage! Zunächst einmal gilt: Sie ist so groß, dass sie das ganze Leben umfasst, auch wenn es nur einen Moment dauert, bis das Wasser drei Mal über den Kopf des Täuflings gegossen wird. Das reicht – für ein ganzes Leben. Die Art und Weise, wie die Taufe vollzogen wird, hat sich im Laufe der Zeit verändert. Bis zum Sonnabend, den 9. Juni des Jahres 1646 wurden Kinder getauft, indem sie in das Taufbecken getaucht wurden. Wir wissen das deshalb so genau, weil die große Taufschale mit eben jenem Datum versehen ist. Die Taufe geschah zu jener Zeit am dritten Tag nach der Geburt, und so liegt die Vermutung nahe, dass es die Hebamme, der Vater und die Paten waren, die das Kind aus der Taufe gehoben haben. Viele Fragen sind jedoch noch unbeantwortet. Der Taufkessel ist wohl das älteste sichtbare Stück in unserer Kirche, aber wir wissen wenig über seine Herkunft und über sein Alter. Die Fachleute ordnen sie dem so genannten „Dreiträgertypus“ zu, weil drei Figuren das Becken tragen. Es gibt zwar ähnliche Bronzetaufen in Büsum, Marne, Rendsburg, Cuxhaven und in Oederquart bei Stade, weil sie ebenfalls Merkmale aufweisen, die der unseren ähnlich sind, aber es gibt auffallende Unterschiede: Mal sind es vier Füße, mal sind die Füße durch einen Ring verbunden, mal sind vier Christusdarstellungen zu sehen, unser Taufbecken dagegen weist fünf auf. Wer weiß? Vielleicht finden sich noch andere Taufbecken oder Glocken, die dasselbe Gießzeichen zeigen, das auch bei uns zu sehen ist. Dann werden wir Genaueres darüber erfahren, wann unsere Taufe gefertigt und wo sie gegossen wurde.
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