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Eingestellt am: 16.02.2011

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Gemeindebrief

2007 Nr. 2

Das Foto zeigt einen der drei Jünglinge, der die Taufe trägt
Einer der drei Jünglinge, der die Taufe trägt.


Mitteilungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Bramstedt 

Juli 2007 - September 2007

 



Liebe Leserin, lieber Leser,

Das Foto zeigt Pastor Rainer Rahlmeier
Rainer Rahlmeier (Foto: A.-R. Saucke)

     das Foto auf dem Titel zeigt eine Tragfigur unserer Taufe. Feierlich, schlicht und schön steht er da, einer der drei Jünglinge, die den Taufkessel tragen. Könnten wir ihn fragen, würde er uns erzählen, wann und wo die Taufe entstanden ist, was er schon alles erlebt hat und wie sich das Glaubensleben der Menschen im Laufe der letzten 700 Jahre verändert hat.
     Ist es nicht ein Wunder, dass unser Taufbecken  Kriege, Brände und alle Zeiten überstanden hat? Vielleicht können wir das heute leichter und besser empfinden in einer Zeit, in der sich viel im Umbruch befindet, denn auch die Nordelbische Kirche befindet sich 30 Jahre nach ihrer Gründung gegenwärtig in einem Veränderungsprozess. Kirchengemeinden kooperieren oder fusionieren, aus 27 Kirchenkreisen sollen zwölf werden, das bischöfliche Amt wird neu geordnet. Da ist viel los, was bis zum Jahr 2012 zum Abschluss gebracht werden soll. Und wer weiß, ob es danach eine Nordkirche geben wird, einen Zusammenschluss der Nordelbischen, Mecklenburgischen und der Pommerschen Kirche?
     Die Bedeutung der Kirche hat sich verändert, Finanzhaushalte schrumpfen, Pfarr- und Mitarbeiterstellen, Pastorate, Gemeindehäuser und sogar Kirchengebäude stehen zur Disposition. In unserer Kirchengemeinde ist durch den Weggang von Pastor Begas an die Luther Kirche nach Hamburg-Bahrenfeld auch eine halbe Pfarrstelle weggefallen.
Vielen ist heute schwer vorstellbar, dass Kirche jemals anders organisiert war, als dies jetzt der Fall ist, nämlich wohnortnah. 
     Nachdem die strukturellen Reformen zumindest vorläufig abgeschlossen sein werden, fragen viele danach, wie „die Kirche der Zukunft“ denn sein und werden wird.
     Vielleicht hilft in dieser Lage etwas anderes: ein Blick zurück in die Geschichte, um zu verstehen, wie „die Kirche“ als Organisation, Gemeinde und Gebäude geworden ist. In der Zeit von 1150 bis 1300 sind im heutigen Holstein etwa 120 Kirchen entstanden. Es war eine Boomzeit des Kirchenbaus.
     Am Beispiel der Kirchengemeinde Bad Bramstedt habe ich Informationen über die Gründung dieses Kirchspiels zusammentragen.
Möglicherweise war dort, wo später die Maria-Magdalenen-Kirche gebaut wurde, schon in vorchristlicher Zeit ein Platz der Vergewisserung, der darüber Auskunft gab, wer man war, nämlich Mitglied eines Stammes oder einer Sippe, und es war der Ort des Abschieds und der Vergegenwärtigung, dass die Toten nicht verloren sind und dass das Leben eine Perspektive hatte, auch wenn es aktuell von Notlagen bestimmt war.
     Es war ein entscheidendes Merkmal der Germanenmission, dass sie von oben nach unten verlief. Anders als es bisher im römischen Reich und im Verlauf der Kirchengeschichte der Fall gewesen war, dass christlicher Glaube zunächst den Menschen eine Perspektive bot, die gesellschaftlich keinen oder nur geringen Einfluss hatten, war bei den nordwestgermanischen Völkern der Glaubenswechsel der Könige das auslösende Moment für den Umschwung des Volksglaubens.
     Ich stelle mir den Übergang zum christlichen Glauben komplex vor. Die Tatsache, dass der Glaube an den christlichen Gott „von oben“ verordnet war, hat dessen Glaubwürdigkeit nicht gerade befördert und die Widerstände gegen die christliche Missionstätigkeit dauerten lange und waren erheblich. Sie machen darauf aufmerksam, dass entscheidende Aspekte des christlichen Glaubens als fremd und nicht als befreiend erlebt wurden.
     Von all dem könnte unsere Taufe erzählen. Es ist eine spannende Geschichte, die sich hier zugetragen hat. Ein bisschen habe ich herausgefunden. Das können Sie in dieser Ausgabe lesen. Ich hoffe, es findet Ihr Interesse. 

         Ihr

                  Rainer Rahlmeier