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Eingestellt am: 22.03.2012

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2001 Nr. 2

Gemeindebrief

Sing to the Lord a New Song
Sing to the Lord a New Song

Mitteilungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Bramstedt

Juni 2001 - September 2001


Liebe Leserin, lieber Leser,

Maren Wassermann
Maren Wassermann

Noten sind das Verständigungsmittel für Musiker - in aller Welt. Selbstverständlich kann der Chorsatz auf dem
Titelbild überall gesungen werden, wo diese Sprache bekannt ist. Also: wer musiziert, braucht Noten ?
Nein!
Wenn ich mit Kindern singe, erfassen sie eine Melodie unglaublich schnell und antworten im selben Moment. Dabei
werden der Inhalt, der Rhythmus und die Tonhöhe genauso imitiert wie die Stimmung, in der ich vorsinge. Schriftliche
Vorlagen dienen dann nur der Erinnerung.
Sie werden also sicher meiner Erfahrung zustimmen: Musizieren kann man auch ohne Noten. Mein Vater hatte in den
Jahren meiner Jugend oft ein minderwertiges Gefühl, weil er sein Schifferklavier ja nur „aus dem Kopf“ beherrschte.
Dabei merke ich heute, was für ein Fundament im Herzen er mir durch seine Art, Musik zu machen gelegt hat.

Wir erfahren Musik mit allen Sinnen, mit der Seele, dem Geist und auch mit dem Körper. Die Wirkung kann dement-
sprechend auch in allen eben genannten Bereichen spürbar sein. So fangen wir an zu tanzen oder zu weinen, wir fühlen uns mitgerissen oder getragen von einer bestimmten Musik. Der unmittelbare Zugang eines Klangs überwindet Grenzen oder Blockaden und wirkt heilsam auf das Befinden - ob wir nun aktiv Musik machen oder sie hören.

So möchte ich mit dem „Neuen Lied“ auf der Titelseite auf unseren Gospelchor aufmerksam machen. Ein Ziel dieser
Gruppe ist es, Musik so unmittelbar wirken zu lassen, wie wir es von den afrikanischen Chören kennen. Oft genug denken
wir, als Europäer hätten wir eben nicht die gleichen Ausdrucksmöglichkeiten. Wenn jedoch der Geist - ich könnte auch
sagen die Botschaft - ankommt, dann springt der Funke über, und auch wir europäischen Nordlichter klatschen mit,
swingen im Takt. Der Weg bis zum lockeren Singen ohne Noten ist weit, macht aber auch unmittelbar Spaß.

Wie kommt es zu dem Namen?
Die Identifikation innerhalb einer Gruppe ist leichter, wenn man ausgiebig um einen Namen gerungen hat. Und wie bei
einem guten Produkt (Beispiel: Meister Propper!) verrät der Name, was man als Konsument erwarten darf.
Maria-Magdalena, die Namensgeberin unserer Kirche sollte - wenn auch abgekürzt -vorkommen, und das was
die Gruppe verbindet, ist der Geist (spirit).
So ist der Name Programm, wie es in der freien Wirtschaft oft heißt. Oder anders ausgedrückt : wenn wir uns trauen,
dem Herrn neue Lieder zu singen, dann kann er auch Wunder tun.

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! (Psalm 100)

Ihre Maren Wassermann