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Eingestellt am: 16.02.2011

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2008 Nr. 1

Gemeindebrief


Raum


Mitteilungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Bramstedt 

April - Juni 2008

 



Liebe Leserin, lieber Leser,


Pastor Rainer Rahlmeier (Foto: Hoffmann)

eine Aufgabe auf der Konfirmandenfreizeit lautete: „Achtet  beim Hören der Abendmahlsgeschichte auf ein Wort, das Euch auffällt.“ Ich sehe in den Gesichtern der Konfirmandinnen und Konfirmanden, wie sie darauf warten, dass ein Wort „hängen“ bleibt. Ob das funktioniert? Nachdem alle Worte aufgeschrieben worden sind, bitte ich die Jugendlichen, zu ihrem Wort ein Bild zu malen. Sabine hatte sich das Wort „Raum“ gemerkt.
     Die Abendmahlsgeschichte hat zwei Teile: Die Eröffnung schildert die Umstände beim Auffinden eines geeigneten Ortes, wo Jesus mit seinen Jüngern das Passahlamm essen kann. Der zweite Teil erzählt vom Verrat und von der Einsetzung des Abendmahls.
     Das Wort „Raum“ ist ein zentraler Begriff in der Eröffnung, wenn Jesus fragt: „Wo ist der Raum, in dem ich das Passahlamm essen kann mit meinen Jüngern?“
     Wo ist der Raum? Um die Bedeutung zu verstehen – es  geht nur vordergründig um eine „location“ – muss die Frage so gehört werden: Wo ist der Raum, in dem Jesus seinen Platz in der Stadt, in der Welt und bei uns hat? Wo ist dieser Raum?
     Sabines Bild wirkt durch die enorme Perspektive. Die Blicke werden in diesen Raum hineingezogen. Was ist dort zu sehen? Im Vordergrund steht ein Tisch, darauf liegt das Lamm. Es lebt und scheint auf der Tischkante zu balancieren, einen Fuß vor den anderen setzend. Alle Linien auf diesem Bild sind gerade, nur das Lamm hat runde Formen, Ohren und wollige Büschel. Schön! Der Raum selbst ist leer. Tisch und Tür sind in einer Flucht. Die Tür hebt sich von der schwarzen Wand deutlich ab und macht neugierig auf das, was dahinter ist. Es könnte die Rettung sein.
     Wie sieht der Zukunftsraum der Konfirmanden aus? Ich wünsche den Jugendlichen, dass sie Räume finden, in denen sie willkommen sind und Platz haben, Eigenes zu gestalten. Ich hoffe, dass sich Lebensräume auftun, in denen sie einen Glauben an Gott entdecken, der es auch versteht, sich den klaren, geraden und manchmal harten Linien zu widersetzen, etwa so wie das Lamm, das mit Leichtigkeit auf der Tischkante spaziert.
     Ich wünsche den Konfirmandinnen und Konfirmanden Gottes Segen.

Ihr
      Rainer Rahlmeier