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10-jähriges Bestehen der Kita Schatzkiste
Eingestellt am: 16.02.2011

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2010 Nr. 4

Gemeindebrief



Mitteilungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Bramstedt 

Dezember 2009 - März 2010

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,


     „Nun ist also wieder Weihnachten!“ Diese Gewissheit erfasste mich als Kind, spätestens wenn die Weihnachtsplatte zu Hause aufgelegt wurde. Mit Glocken zuerst und dann den bekannten Weihnachtliedern. Sie wurden mir genauso vertraut wie die Weihnachtsgeschichte, die dazwischen in Abschnitten vorgelesen wurde, oder das leise Knacken, wie es nur die echten Schallplatten hatten. – Ich schreibe „hatten“, denn dies ist ja schon einige Jahre her. Ich vermute, diese Schallplatte gibt es auch nur noch in der Erinnerung unserer Familie.
     Seit nun schon 16 Jahren bin ich Pastorin hier in der Gemeinde, und inzwischen stellt sich auch das vertraute „Weihnachtsgefühl“ ein, wenn wir am Heiligen Abend am Ende des Gottesdienstes „O, du fröhliche“ singen und der Zimbelstern mit seiner hellen Glocke dazu ertönt. „Nun ist also wieder Weihnachten!“
     Musik gehört für mich zu Weihnachten, mehr noch als Lebkuchen, gutes Essen oder Tannenbaum. Natürlich nicht so sehr die leise Berieselung im Kaufhaus, sondern am liebsten das eigene Singen. Denn Singen macht fröhlich und befreit, es kann zu Tränen rühren und einen ganz und gar ergreifen. Schön ist es im Chor oder in der Kirche im Gottesdienst, vielleicht auch mal zu Hause mit der Familie oder warum nicht einfach allein? Dabei kommt es gar nicht auf ‚richtig’ oder ‚falsch’ an, sondern darauf, sich ergreifen zu lassen.
     Viele Gruppen treffen sich gerade in der Adventszeit, um in unserer Kirche zu singen und zu musizieren. Auch die Kantorei wird am 20. Dezember ein Konzert geben, in dem unter anderem das Werk „A Ceremony of Carols“ von Benjamin Britten zu hören sein wird.
     Weil er „die Langeweile mildern musste“, so schrieb er an eine Freundin, habe er das Werk geschrieben. Sicher steckt eine große Portion Selbstironie dahinter, denn die Musik entstand auf hoher See, bei der Überfahrt von Amerika nach Europa im Kriegsjahr 1942. Da waren wohl eher Sorgen und Ängste zu vertreiben.
     Trotzdem vertreibt Britten mit seiner Musik in besonderer Weise Einerlei und Langeweile, denn es sind schon besondere Klänge, die in seinem Werk zu hören sind: Mittelalterliche, gregorianische Gesänge eröffnen den Reigen, in seiner Musik läuten die Weihnachtsglocken und dem neugeborenen Kind werden Wiegenlieder gesungen. So entstehen Klangwelten. Dazwischen auch der Kampf des Kindes gegen die bösen Mächte der Finsternis. Für Interessierte an einmal ganz anderer Weihnachtsmusik ist also das Konzert zu empfehlen. Teile daraus werden auch im Mitternachtsgot-tesdienst am Heiligen Abend zu Gehör gebracht.
     Traditionell gehört zur Musik in der Kirche die Orgel. Wie gut, dass wir unsere Kantoren haben, die diesem Instrument die Töne entlocken können, manchmal so, als würde ein ganzes Orchester spielen. Im nächsten Jahr werden wir die Orgel restaurieren, reinigen und stimmen lassen. Eine große Investition ist dies, doch was wäre unsere Kirche ohne schöne Musik.
     „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ So loben die Engel Gott nachts auf dem Felde. Sie „lobten und sprachen“ heißt es in der Bibel. Aber ich bin mir eigentlich sicher: Sie haben es gesungen!

     Ihre
               Petra Fenske