Liebe Leserin, lieber Leser,

 "Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit; denn unser Heil hat Gott bereit´..." Mit diesen Zeilen beginnt das Osterlied mit der Nummer 100 in unserem Gesangbuch. Ich singe es gern und empfinde es wie ein Durchatmen, wenn nach der eher verhaltenen Passionszeit die Freude wieder stärker einzieht. Das wird ganz besonders in der Osternacht deutlich, wo die Passionszeit spürbar und sichtbar von der Freudenbotschaft der Auferstehung abgelöst wird: Der Osternachtsgottesdienst beginnt im Dunkeln mit dem Passionsgedächtnis; dann wird das Licht unter Gesang in die Kirche getragen; der am Karfreitag geräumte und verschlossene Altar wird wieder geöffnet und geschmückt und das Licht wird an die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher ausgeteilt. Ostern ist das Fest, an dem wir die Auferstehung Jesu Christi feiern. Das Wort Ostern hat seinen Ursprung wahrscheinlich im heidnischen Brauchtum. Möglicherweise gab es eine Frühlingsgöttin Ostara. Wer um diese Jahreszeit in die Natur schaut und das wieder erwachende Leben sieht, wird sich nicht wundern, dass ein besonderes Fest der Ostara um diese Zeit lag. Unseren Ahnen ist es zu danken, dass sie das alte Brauchtum nicht einfach abschafften, sondern die damit verbundenen Wünsche und Empfindungen der Menschen ernstnahmen. Das Fest der Auferstehung und damit des ewigen Lebens war ihre weise Antwort darauf. Dazu gehört auch das Suchen der Ostereier. Als Kind war ich von großem Ehrgeiz ergriffen, möglichst mehr Ostereier zu finden als andere. Das Osterei auf der Titelseite ist mit christlichen Zeichen versehen: Alpha und Omega sind der erste, beziehungsweise der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets und dazwischen: Das Kreuz - "Ich bin das A und das O, spricht Gott" (Offenbarung 1,8). Gott also nur am Anfang und am Ende unseres Lebens und dazwischen das Leid? So ist es wohl nicht zu verstehen. Die Auferstehung Christi von den Toten verstehe ich so, dass Gott sich entschieden hat, uns Leben zu ermöglichen. Ostern möchte uns einladen, mit in die Freude über Gottes Schöpferkraft einzustimmen. Eine Kraft, die alles Le-bensfeindliche überwinden wird. So empfinde ich Ostern als ein schönes und lebensfrohes Fest. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen auch frohe Ostern und viel Spaß beim Suchen der Ostereier.
Ihr Jörg Möller-Ehmcke
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