Liebe Leserin, lieber Leser,

 Erntedank, was ist das? Eine Einladung zu bewusstem Leben!
Die Äpfel sind reif. In einen frischen Apfel zu beißen ist herrlich.
Van Dycks (1575 - 1651) Äpfel, ein Ausschnitt aus dem Bild "Prunkvoller Tisch", erinnern mich an eine Geschichte:
Ein kluger Mann ging einmal über Land und sah einen alten Mann, der einen Apfelbaum pflanzte. Er blieb bei ihm stehen, sah ihm zu und fragte: "Wann wird das Bäumchen wohl Früchte tragen?" Der Mann erwiderte: "In zehn Jahren."
Da sprach der Kluge: "Du Tor! Denkst du in zehn Jahren noch zu leben und die Früchte deiner Arbeit zu genießen? Pflanze lieber einen Baum, der früher Früchte trägt, dass du dich ihrer erfreust in deinem Leben."
Der Alte aber hatte sein Werk vollendet, sah freudig darauf und antwortete: "Als ich zur Welt kam, da fand ich Apfelbäume und aß von ihnen, ohne dass ich sie gepflanzt hatte, denn das hatten meine Väter getan. Habe ich nun genossen, wo ich nicht gearbeitet habe, so will ich einen Baum pflanzen für meine Kinder und Enkel, dass sie davon genießen. Wir Menschen können nur bestehen, wenn einer dem andern die Hand reicht. Siehe, ich bin ein einfacher Mensch, aber wir haben ein Sprichwort: Gefährten oder Tod."
Die Unwetter und die große Flut dieses Jahres haben uns gelehrt, dass uns von Gott in der Natur Maß, Grenze und Ziel gesetzt sind und eine Anstrengung aller notwendig ist, die Schöpfung zu bewahren.
Ihr
Bernd Hofmann
|