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Eingestellt am: 22.03.2012

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aktueller Gemeindebrief

2012 Nr. 1



Mitteilungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Bramstedt 

März - Juni 2012

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,


     „Da, wo die beiden Jünger erkennen, dass sie mit Jesus zu Abend essen und Jesus schnell verschwindet!“ So hat Friederike ihr Bild genannt, das sie auf der Konfirmandenfreizeit am 25. Februar gemalt hat. Wir sehen die Schlüsselszene der Emmaus-Geschichte aus dem Lukasevangelium. 

     Diese Ostergeschichte hat uns beschäftigt: Zwei Jünger gehen nach Hause. Sie sind traurig. Die Zeit, die sie mit Jesus erlebt hatten, ist vorbei. Sie verstehen nicht, warum er gekreuzigt wurde. Sie sprechen darüber, was gewesen ist.
     Plötzlich geschieht etwas Unerwartetes: Jesus kommt, aber sie erkennen ihn nicht. Warum? In der Bibel heißt es: „Ihre Augen wurden gehalten.“ In Emmaus angekommen, will sich Jesus verabschieden. Sie laden ihn ein: „Bleibe bei uns; denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt.“ Als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab‘s ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.

    Das Bild zeigt die Dynamik dieses entscheidenden Augenblicks: in der geöffneten Tür ist noch der Zisch seines Verschwindens zu sehen. Die hochgereckten Arme und die Haltung dessen, der am Tisch sitzt, sind wie ein Ausruf: „Mensch, das war ja er! Das war wirklich Jesus!“ Friederike hat eine Perspektive gewählt, die den Raum von oben zeigt. Dadurch bekommen wir einen Überblick, wie es ist, wenn Gott erkannt wird, verschwindet und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

     Mir scheint, dass der Boden des Raumes nicht überall gleich ist. Im Vordergrund sind Dielen zu erkennen, die im rückwärtigen Teil nur noch angedeutet sind. Ein Kreuz ist deutlich zu sehen. Es ist hinter dem Platz, auf dem Jesus saß, als er das Brot teilte. Ich verstehe das so: Er hat den Ort des Kreuzes verlassen. Er ist auferstanden vom Tod und aufgestanden vom Tisch, er ist also unterwegs zu den Menschen, die jetzt leben. Die mit den „gehaltenen Augen“ sagen: „Ich glaube, was ich sehen kann“, andere sind vorsichtiger, sprechen leiser und glauben: Gott ist da.

     Ich wünsche den Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass sie in ihrem Leben diese Erfahrung machen, die die beiden Jünger aus der Emmaus-Geschichte so benannt haben: „Brannte nicht unser Herz in uns?“


     Frohe Ostern!

          Ihr

               Rainer Rahlmeier, Pastor