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Eingestellt am: 22.03.2012

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Partnerschaft

Reise nach Tansania (Unenamwa / Makete)

Feuerstelle
Feuerstelle

"Ihr kocht nicht auf Feuerstellen?" fragt Nema aus dem Jugendchor von Unenamwa erstaunt. Dann sagt sie mit einem etwas müdem Blick: "Ihr seid eben ein sehr hochentwickeltes Land!" Wir stehen vor einen großen Topf, in dem Reis kocht. Als das Wasser überzukochen droht, versuche ich den Topf etwas höher zu stellen. Der Topf steht auf drei Steinen. Aufgeregt suche ich größere Steine - ohne Erfolg. Das Wasser kocht immer stärker. So versuche ich, den großen Topf etwas zur Seite zu schieben, doch auch das hilft nicht. Während ich so mit dem Topf kämpfe sieht mir Nema ruhig zu. Schließlich zieht sie in aller Ruhe zwei brennende Holzscheite unter dem Topf heraus, sofort hört das Wasser auf zu kochen. Sie lacht, klopft mir auf die Schulter und sagt mit strahlenden Augen: "Schön, dass Ihr hier seid!"
Dort waren Frau Hünger, Leiterin der Heilpädagogischen Kindertagesstätte Mullewapp, Pastor Hofmann und Pastor Matthes. Als Delegation unserer Kirchengemeinde besuchten wir im September drei Wochen unsere Partnergemeinden in Unenamwa und Iwawa/Makete. Waren Sie schon einmal in Afrika? Für uns war alles neu. Von Hamburg ging es mit dem Flugzeug über Amsterdam nach Dar Es Salaam. Dann ging es mit dem Bus weiter in den Süden Tansanias. Die 7 Stunden in dem abenteuerlichen Bus und ein Busfahrer mit noch abenteuerlicherem Fahrstil waren schon beeindruckend - und doch nur ein kleiner Vorgeschmack auf die folgenden Fahrten mit dem Jeep. Kennen Sie die Straße zwischen Mönkloh und Bokel? Die ist kaum zu befahren? Wie haben wir uns solche Straßenverhältnisse gewünscht!

Frauenchor
Frauenchor

Als wir in Unenamwa ankamen, wurden wir mit Gesang und Tanz empfangen. So ging es uns auch in allen anderen Gemeinden, die wir im Laufe unserer Reise besuchten. Diese Fröhlichkeit ist schwer zu beschreiben. Es war ein Gefühl, als wären wir nach langer Zeit endlich wieder nach Hause gekommen und das ganze Dorf feiert ein großes Fest.
In Unenamwa konnten wir viele Spuren unserer Partnerschaftsarbeit entdecken. Den Fischteich zum Beispiel, die Kirche und natürlich die Wasserleitung. Immer wieder wurde uns erzählt, wie überglücklich die Dorfbewohner über dieses Projekt sind! Insbesondere die Frauen, die das Wasser zuvor über weite Strecken (ca. 2 Stunden) tragen mussten.

Pastor Hofmann und Kinder
Pastor Hofmann und Kinder

Nach einer Wochen fuhren wir weiter nach Iwawa/Makete, besuchten die Maismühle und erkundigten uns über die Nähstube, in der Aidswaisen Schuluniformen für andere Waisenkinder nähen sollen. Auch dies sind Projekte, die mit Hilfe unserer Kirchengemeinde ins Leben gerufen wurden.
Ganz besonders berührt haben uns die Begegnungen mit Aidswaisenkindern. Wir haben mehrere Aidswaisen zu Hause besucht, wo sie häufig zusammen mit ihren kranken Großeltern leben. Auch bei unseren Besuchen in Grundschulen begegneten wir vielen Aidswaisenkindern.


Fordi, eine Vollwaisin in der 7. Klasse, erzählte uns, wie schwierig es für sie ist, für die Schule zu lernen. Um 5 Uhr morgens steht sie auf, macht Feuer und bereitet das Frühstück für ihre Großmutter zu. Dann geht sie zur Schule. Auf dem Rückweg sammelt sie Feuerholz, arbeitet dann auf dem Feld und macht zuhause den Haushalt. Wir fragten die Klasse, ob es vielleicht noch ein Kind gibt, dem es auch so ergeht - und alle Kinder meldeten sich!

Eine Frau kocht Essen
Eine Frau kocht Essen

Den Aidswaisen zu helfen, das wird in der Zukunft die Hauptaufgabe unserer Partnerschaftsarbeit sein. Es ist gut zu wissen, dass es in unseren Partnergemeinden Menschen gibt, die sich um diese Kinder kümmern. In jedem Dorf gibt es ein Komitee, das sich dieses Anliegen zur Aufgabe macht. Wir haben lange mit diesen Komitees gesprochen und konnten mit der Gewissheit nach Bad Bramstedt zurückreisen, dass die Hilfe, die wir geben werden, wirklich bei den Aidswaisenkindern ankommt.
Nema hat recht, es war schön, dass wir da waren. Eine Partnerschaft lebt davon, dass man sich begegnet - miteinander redet, arbeitet, lacht und gemeinsam dem Leid nicht aus dem Wege geht. So können wir zusammen das tun, was dringend nötig ist: Die Schwächsten in unseren Partnergemeinden darin unterstützen, dass sie sich in Zukunft selber helfen können.


Wenn Sie die Hilfe für die Aidswaisenkinder fördern wollen, melden Sie sich bitte bei Pastor Hofmann (Tel.: 1891).