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Eingestellt am: 22.03.2012

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2010 Nr. 1

Gemeindebrief



Mitteilungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Bramstedt 

April - Juni 2010

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,


Pastor Rainer Rahlmeier (Foto:)

     was für ein wildes Bild! In der Mitte ein gekröntes Clownsgesicht mit wahrhaft furchterregenden Augen. Ihrem stechenden Blick kann man sich kaum entziehen. Zur Linken und zur Rechten zwei erhobene Arme, deren blaue Fin-ger Verbindung haben zu dem, was da zu sehen ist: ein schwarzes Kreuz und ein gelber Blitz aus dem Himmel, ver-ursacht womöglich durch den Zauberstab des Meisters? Rechts unten ist eine Flammenzunge zu sehen, links ein Ausschnitt aus der Weltkugel.
     Lasse hat dieses Bild auf der Konfirmandenfreizeit am letzen Februarwochenende angefertigt. Das Wort „Meister“ steht beim Evangelisten Markus im 14. Kapitel in Vers 14: „Der Meister lässt dir sagen: Wo ist der Raum, in dem ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern?“
     In diesem Abschnitt geht es um die Vorbereitung des letzten Abendmahles, um die Suche nach dem Ort, wo Jesus mit seinen Jüngern sein kann.
     Ich finde es erstaunlich, dass das Bild von Jesus, das hier sichtbar geworden ist, so ganz anders ist. Es spielt mit der Faszination und mit dem Schrecken. Es zeigt auch die zerstörerischen Kräfte wie Tod und Feuer. Die Macht des Meisters scheint darin zu bestehen, all das balancieren zu können, was zum Leben gehört. Eine Begegnung mit diesem Meister bleibt nicht ohne Folgen, er hat die Macht über Leben und Tod.
     Der amerikanische Theologe Harvey Cox hat in seinem 1969 erschienenen Buch „Das Fest der Narren“ Christus in der Rolle des Harlekins gedeutet. So wie die Narren am Hof der Könige die Wahrheit sagen konnten, so sagt Christus die Wahrheit über uns. Dasselbe Motiv begegnet uns in Hans Christian Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Das scheinbar unwissende Kind sagt den entscheidenden Satz: „Aber er hat ja nichts an!“ und durchbricht damit den Schwindel, in dem die Erwachsenen sich verfangen haben.
     Christus ist der Meister, weil er diese Wahrheit bringt: Das Leben ist stärker als der Tod. Bei diesem Kampf der Mächte und Gewalten geht es, das zeigt das Bild von Lasse deutlich, nicht harmlos zu. Ein Konfirmand zeigt auf diesem Bild, wie er die Sache mit Gott sieht und dass er diesem Meister etwas zutraut. Ich wünsche ihm und den anderen Jugendlichen, die nach Ostern konfirmiert werden, dass ihr Glaube trägt.

     Ihr

          Rainer Rahlmeier, Pastor