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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Unser christliches Menschenbild 2. Unsere Kita stellt sich vor 2.1. Unsere Gruppen 2.1.1 Regelgruppe 2.1.2 Regelgruppe mit Integration 2.1.3 Familiengruppen 2.1.4 Waldgruppe 2.1.5 Krippe
3. Ziele unserer pädagogischen Arbeit und deren Umsetzung 3.1 Bausteine der Persönlichkeitsentwicklung 3.2. Förderung der Lebenskompetenz 3.2.1 Umgang mit Gefühlen 3.3. Umsetzung des gesetzlichen Bildungsauftrags 3.3.1 Körper, Gesundheit und Bewegung, insbesondere die Wahrnehmung, Grob- und Feinmotorik 3.3.2 Sprache(n), Zeichen / Schrift und Kommunikation 3.3.3 Mathematik, Naturwissenschaften und Technik 3.3.4 Kultur, Gesellschaft und Politik 3.3.4.1 Inklusion 3.3.4.2 Genderbewusstsein 3.3.4.3 Partizipation 3.3.5 Religion, Ethik und Philosophie 3.3.5.1 Natur und Umwelt 3.3.6 Musisch-ästhetische Bildung und Medien 3.3.6.1 Fantasie und Kreativität 3.4. Sinnvolle Schulvorbereitung 4. Methoden und Ansätze 4.1 Situationsorientierter Ansatz 4.1.1 Spiel 4.1.2 Freies Frühstück in der Cafeteria „Café Schmatz“ 4.1.3 Projektarbeit 4.1.4 Regeln und Grenzen 4.1.5 Lebenspraktisches Lernen 4.2 Elternarbeit 4.3 Teamarbeit 4.4 Zusammenarbeit mit Schulen 4.5 Öffentlichkeitsarbeit 4.6 Qualitätssicherung 4.7 Maßnahmen zum Schutz des Kindeswohls
5. Impressum
Vorwort
Wir freuen uns, die Konzeption der Kindertagesstätte Schatzkiste vorlegen zu können. Die Konzeption ist auf der Grundlage des Leitbildes für die Kindertagesstättenarbeit im Kirchenkreis Neumünster erstellt worden. Sie hat zum Ziel, die Arbeit der Einrichtung für Eltern, Erziehungsberechtigte und den örtlichen Träger der Jugendhilfe transparent zu machen. Die Konzeption ist im Kirchenvorstand beraten und verabschiedet worden. Die Kirchengemeinde dankt ihren MitarbeiterInnen für die umfangreiche und sorgfältige Arbeit bei der Erstellung dieser Konzeption.
Immer deutlicher ist in den vergangenen Jahren die Bedeutung der Kindertagesstätten für die Entwicklung der Kinder ins öffentliche Bewusstsein getreten. Wir sind herausgefordert pädagogisch angemessen auf die veränderte Lebenswelt der Kinder zu reagieren. Den Kindern gehört die Zukunft. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, ihnen den gebührenden Platz zu geben. Die Kindertagesstättenarbeit mit nun mehr 8 Einrichtungen nimmt einen zentralen Platz im Engagement unserer Gemeinde ein. Jede Kindertagesstätte hat ihr eigenes Profil, ihre eigene Konzeption, in der die MitarbeiterInnen darlegen, wie sie methodisch und didaktisch arbeiten, um den Kindern den Weg in die Zukunft zu ebnen. Dabei wird festgelegt, wie der im KiTaG festgeschriebene Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag konkret im Alltag der Einrichtung umgesetzt wird.
Die Kindertagesstätte Schatzkiste besteht seit September 2000.
Im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen das Wohl des Kindes und die Förderung seiner Persönlichkeit und seiner Fähigkeiten. Die Konzeption beschreibt das breite pädagogische Angebot von Erfahrungs- und Handlungsmöglichkeiten, durch die die sozialen, emotionalen, geistigen, sprachlichen und körperlichen Fähigkeiten der Kinder spielerisch gefördert und entwickelt werden. Der ganzheitliche Ansatz in einer Atmosphäre des Vertrauens soll den Kindern einen Rahmen bieten, sich selbst und andere wahrzunehmen, zu verstehen und zu bejahen und Zuversicht für die Zukunft zu gewinnen. Dazu gehört die Partizipation der Kinder an der Gestaltung des Zusammenlebens in der Einrichtung.
Persönliche Wertschätzung, gegenseitige Unterstützung, auch das Aushalten von Konflikten und die Einübung von Lösungsmöglichkeiten gehören zum Erfahrungsraum der Kinder. Grundlage dieses Wirkens ist die Wahrnehmung der Taufverantwortung. Mit der Taufe des Kindes hat die Kirchengemeinde das Versprechen gegeben und die Verpflichtung übernommen, die Eltern bei der Erziehung und Bildung ihrer Kinder partnerschaftlich zu unterstützen. Wir arbeiten auf der Grundlage unseres christlichen Menschenbildes. Dabei verstehen wir unsere Einrichtungen als Begegnungsort für Kinder und deren Familien, unabhängig von ihrer religiösen Orientierung. Wir sind offen für Kinder aller Nationalitäten, Religionen und christlichen Konfessionen. Wir möchten durch Offenheit, Toleranz und partnerschaftlichen Umgang das Zusammenleben fördern.
Eine Konzeption lebt davon, dass sie im Alltag der Einrichtung umgesetzt wird, dass sie mit Leben erfüllt wird und durch das Gespräch und die Erfahrungen verändert und erweitert wird. Wir wünschen, dass diese Konzeption für alle an der Kita-Arbeit Beteiligten die Basis für gute Gespräche und Zusammenarbeit bildet.
Bernd Hofmann, Pastor (Kindergartenbeauftragter)
1. Unser christliches Menschenbild
Die Basis unseres Umgangs miteinander bildet das christliche Menschenbild. Für unsere Kindertagestätte gilt das Leitbild der evangelischen Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis Neumünster, das auf der Grundlage beruht, dass jeder Mensch ein einmaliges und einzigartiges Geschöpf Gottes ist. Wir begegnen ihm mit Achtung, Vertrauen, Respekt und Wertschätzung. Jedes Kind wird von uns als eigenständige Persönlichkeit akzeptiert, mit seinen individuellen Stärken und Schwächen. Wir betrachten das Kind nicht als unselbständiges und hilfsbedürftiges Wesen, sondern als neugierigen, aktiven und selbsttätigen Menschen, der durch Eigeninitiative Schwierigkeiten meistert und Unabhängigkeit und Selbständigkeit entwickelt. Wir sind bereit von- und miteinander zu lernen. Unsere christliche Grundhaltung zeigt sich durch eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre, in der wir uns wohl und geborgen fühlen. Wir stärken das Selbstbewusstsein, wecken Lern- und Entdeckungsfreude, fördern die Kreativität und Eigeninitiative des Kindes. So ist das Kind auch dazu in der Lage, seinen eigenen Standpunkt im christlichen Glauben zu entwickeln.
2. Unsere Kindertagesstätte stellt sich vor
Eingebettet in ein Neubaugebiet öffnete im September 2000 die Kindertagesstätte “Schatzkiste” unter der Trägerschaft der Stadt Bad Bramstedt in der Süd-West-Stadt ihre Türen. Im August 2006 wurde die Trägerschaft der Einrichtung von der Ev.-Luth. Kirchengemeinde übernommen.
Mehr als 100 Kinder im Alter von 1- 6 Jahren beleben unsere Einrichtung. Es ist uns sehr wichtig, dass wir als Kindertagesstätte Öffnungszeiten anbieten, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Die Situation allein erziehender Elternteile sowie Familien in Notlagen finden dabei besondere Berücksichtigung.
Momentan besteht unser Team aus 17 fest angestellten pädagogischen Mitarbeitern. Durch die Tätigkeit von ausschließlich sozialpädagogischen Fachkräften, die ihr pädagogisches und entwicklungspsychologisches Fachwissen durch regelmäßige Fortbildungen erweitern, wird die Gesetzgebung der Kindertagesstättenverordnung und die Qualität unserer Arbeit gewährleistet. Von grundlegender Bedeutung ist die enge Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskräften und dem Hausmeister. In unserm Team werden gerne Praktikanten/innen aufgenommen. Sie bereichern unsere Arbeit durch Anregungen und neue Impulse. Durch sie besteht eine enge Verbindung zur aktuellen Ausbildung.
Unser Haus bietet den Kindern vielfältige Bewegungsmöglichkeiten. Neben der Mehrzweckhalle und dem naturnah gestalteten Außengelände ist ausreichend Platz zum Spielen und Bewegen in den Gruppen vorhanden. Vier der Gruppenräume sind mit einer Hochebene, einer Kinderküche sowie einem Nebenraum ausgestattet, der den Kindern Rückzugsmöglichkeiten bietet. Zusätzlich steht der Krippe ein Bewegungs-/ Schlafraum zur Verfügung. Alle Gruppenräume sind bewusst reizarm gestaltet.
Die Waldgruppe befindet sich in einem städtischen Waldgebiet und bietet den Kindern in zwei Bauwagen die Möglichkeit, ihre Materialien zu lagern. An unseren regelmäßigen Wald- und Ausflugstagen besuchen wir u. a. gerne unsere “Waldgeister”, das „Alte Waldbad“, den nahe gelegenen Abenteuerspielplatz bzw. den “Hexenwald”.
Folgende Betreuungsmöglichkeiten bieten wir an: - 1 Regelgruppe mit 22 Kindern im Alter von 3-6 Jahren; Öffnungszeit: 08:00- 12:00 Uhr bzw. 07:30- 12:30 Uhr. - 1 Waldgruppe mit 18 Kindern im Alter von 3-6 Jahren; Öffnungszeit: 08:15- 12:15 Uhr. - 2 Familiengruppen mit max. 14 Kindern im Alter von 3-6 Jahren und mind. 3 Kindern unter 3 Jahren; Öffnungszeit 07:30- 14:00 / 17:00 Uhr. - 1 Regelgruppe mit Integration mit 15 bis 20 Kindern im Alter von 3-6, davon bis zu vier Kinder mit heilpädagogischer Förderung; Öffnungszeit 08:00- 14:00 / 17:00 Uhr. - 1 Krippe mit 10 Kindern im Alter von 1-3 Jahren; Öffnungszeit 07:30- 17:00 Uhr. Es wird zusätzlich eine Frühbetreuung von 07:00- 07:30 / 08:00 Uhr angeboten (außer Waldgruppe). Auf Wunsch wird den Kindern der Ganztagesgruppen ein Mittagessen angeboten.
Die Schließungszeiten während eines Teils der Sommer- und Weihnachtsferien, bei Teamfortbildungen sowie für Brückentage und Desinfektionstage werden im Herbst für das Folgejahr bekannt gegeben.
2.1 Unsere Gruppen
2.1.1 Regelgruppe
In unserer Einrichtung werden in der Regelgruppe „Sternschnuppen“ 22 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren begleitet und gefördert. In der Kernzeit zwischen 8:00 Uhr und 12:00 Uhr bzw. 7:30 Uhr bis 12:30 Uhr sind die Kinder in der Regel von zwei pädagogischen Fachkräften betreut. Die Kinder kommen bis 9:00 Uhr in die Einrichtung. Sie werden von den Eltern persönlich an die Erzieher übergeben und durch ein „Anklatschen“ von uns begrüßt. Während der Freispielphase finden sich die Kinder zu kleinen, selbstorganisierten Spielgruppen im Gruppenraum, in der Mehrzweckhalle, der Cafeteria bzw. auf dem Außengelände. Dabei stehen wir ihnen als Spielpartner zur Verfügung. Die Kinder können an projektbezogenen Angeboten gruppenintern bzw. –übergreifend teilnehmen. Nach dem Aufräumen findet ein gemeinsamer Sing- und Spielkreis statt, der bei gutem Wetter auch draußen stattfinden kann. Die Eltern holen ihre Kinder bis 12:00 Uhr bzw. bis 12:30 Uhr dort ab. Mit dem “Abklatschen” verabschieden sich die Kinder bei uns.
Wir unternehmen wöchentlich Wald- und Ausflugstage. Projektbezogene Exkursionen führen uns zu umliegenden Einrichtungen. Während der Waldwochen besuchen wir auch gerne unsere “Waldgeister”. Feste Rituale, wie z.B. der wöchentliche Singkreis, Geburtstagsfeiern, das “An- und Abklatschen”, der Sing- und Spielkreis geben den Kindern Sicherheit und erleichtern ihnen die räumliche und zeitliche Orientierung. Im 14-tägigen Wechsel nutzen wir die Turnhalle der angrenzenden Grundschule. Die eigene Bewegungshalle steht den Kindern täglich zur Verfügung.
2.1.2 Regelgruppe mit Integration
In der “Seeräubergruppe” werden 15 bis 20 Kinder im Alter von 3-6 Jahren ganztags betreut. Eine Heilpädagogin ist im Wesentlichen für die Förderung, Begleitung und Integration zuständig. Bis zu vier Kinder erfahren durch sie eine gezielte Förderung ihrer Entwicklung. Neben der Heilpädagogin arbeiten eine Sozialpädagogische Assistentin und während der Förderzeiten zusätzlich eine Erzieherin in der Gruppe. Im Vordergrund der pädagogischen Arbeit dieser Gruppe stehen die Integration und die soziale Gemeinschaft. Integration bedeutet für uns ein selbstverständliches Miteinander von Kindern mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten, Geschlechtern, Religionen und Nationalitäten. Jedes Kind ist ein wichtiges und akzeptiertes Gruppenmitglied und bringt seine Individualität in die Gruppengemeinschaft ein. Verschiedenartigkeit gehört zum Reichtum menschlichen Lebens. Wir lernen von- und miteinander. Unser Ziel ist die bestmögliche Förderung und individuelle Entwicklung der Kinder. Dafür schaffen wir einen ungestörten Rahmen und geben den Kindern ausreichend Zeit. Von fundamentaler Bedeutung ist die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Erziehern, Heilpädagogin und Therapeuten.
2.1.3 Familiengruppen
In unseren beiden Familiengruppen, der Gruppe der „Goldtaler“ und der „Rasselbande“, werden bis zu 17 Kinder, davon mind. 3 Kinder unter 3 Jahre alt, vom ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt von zwei pädagogischen Fachkräften begleitet und gefördert.
Durch veränderte familiäre Lebensformen gibt es heute mehr Einzelkinder. Dies hat zur Folge, dass immer weniger Kinder mit Kindern unterschiedlichen Alters aufwachsen. Mit der Einrichtung der Familiengruppen geben wir den Kindern die Möglichkeit familienergänzend Gruppenerfahrungen mit Kindern größerer Altersmischung zu machen. Die älteren Kinder entwickeln Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein und die Jüngeren lernen von ihnen als Vorbild und eifern ihnen nach. Die Kinder bauen langfristige Beziehungen zu Kindern und Erziehern auf, da sie über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren miteinander in einer Gruppe verbringen. So entsteht häufig eine sehr enge Bindung und ein besonderes Gemeinschaftsgefühl zueinander.
Die geringe Anzahl der Kinder begünstigt das individuelle Eingehen auf die Bedürfnisse der Kinder. Mit Rücksicht auf die breite Altersmischung werden differenzierte und gruppenübergreifende Angebote für verschiedene Alters- und Interessengruppen angeboten, die dem Entwicklungsstand des einzelnen Kindes angepasst sind. Durch den großfamiliären Charakter der Familiengruppe, vor allem aber im täglichen Umgang und in der Auseinandersetzung miteinander, wird die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung unterstützt und insbesondere Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und frühe Selbständigkeit gefördert.
2.1.4 Waldgruppe
Die Waldgruppe “Waldgeister” entstand im Herbst 2001. Bis zu achtzehn Kinder im Alter von 3 - 6 Jahren werden vier Stunden täglich von zwei naturverbundenen pädagogischen Fachkräften im städtischen Waldgebiet “An der Moorbahn” betreut. Sie stellt mit ihrer Betreuungsform eine inhaltliche Bereicherung wie auch Alternative zur bestehenden Einrichtung dar. Wir verstehen dieses Angebot als einen Baustein unseres pädagogischen Konzeptes. Die Kinder machen in freier Natur vielfältige und intensive Erfahrungen in den Bereichen Bewegung, Naturerfahrung und Sozialverhalten. In Anbetracht der ständig zunehmenden Auffälligkeiten im Sprach- und Wahrnehmungsbereich der Kinder sind die natürlichen Reize der Umwelt “Wald” für die Entwicklung der Kinder von grundlegender Bedeutung und bietet einen guten Kontrast zur sonst sehr medialen, mobilen, reizvollen Umwelt der Kinder. Die Gruppe erfährt eine Anbindung an die Kita u. a. durch gegenseitige Besuche der Gruppen, gemeinsame Teilnahme an Festen und Veranstaltungen, Aufnahme der “Waldgeister” bei Stürmen oder Unwetterwarnungen in der Bewegungshalle der “Schatzkiste”, Vertretung des Personals durch die Mitarbeiter der Kita, Elterngespräche und –abende in den Räumen der Kita und gemeinsame Teamsitzungen. Ein Tag im Wald: Die “Waldgeister” treffen sich um 8:15 Uhr. Es finden täglich wiederkehrende Rituale statt: Der Tag beginnt mit einem Spaziergang. An einem festen Standort wird ein Morgenkreis gemeinsam gestaltet. Hier wird gesungen, von Ereignissen oder Erlebnissen erzählt und die Tagesplanung besprochen. Die Mehrheit der Kinder entscheidet, ob anschließend der Rundgang fortgesetzt wird oder die Kinder zu ihrem Standort zurück kehren. Es gibt viel Zeit zum Spielen und Entdecken der Natur. Nach dem Spaziergang wird das “Freie Frühstück” (s. auch unter 4.1.2) angeboten. An Geburtstagen oder zu besonderen Anlässen wird gemeinsam gefrühstückt. Im Anschluss an die Freispielphase, in der u. a. auch Gruppen- und Projektthemen besprochen und erarbeitet werden, treffen sich die “Waldgeister” zu ihrem Abschlusskreis, in dem gesungen, musiziert, vorgelesen und gespielt wird. Um 12:15 Uhr werden die “Waldgeister” abgeholt.
2.1.5 Krippe
In unserer Krippe „Wühlmäuse“ werden 10 Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren von zwei pädagogischen Fachkräften begleitet. Kinder im Alter von ein bis drei Jahren benötigen entsprechend ihres Entwicklungsstandes mehr Zuwendung, Aufmerksamkeit und Nähe als ältere Kinder. Sie spielen zunächst nebeneinander auf sich bezogen und entwickeln erst allmählich Kontakte zu anderen Kindern. Bis sie diese Kontakte als Bereicherung erleben, ist es oft ein weiter Weg, auf dem sie durch uns Begleitung und Unterstützung finden. Sie brauchen den Schoß der Erzieherin und das Gehaltenwerden und gleichzeitig den Freiraum, die Welt in einem sicheren und beobachteten Raum zu erkunden. Eine mit viel Einfühlungsvermögen durchgeführte Eingewöhnungsphase ist für die seelische Entwicklung der Kinder von grundlegender Bedeutung. Diese wird mit den Eltern individuell gestaltet. Dazu gehört ein ausführliches Aufnahmegespräch, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und sich über den Entwicklungsstand, den bisherigen Verlauf des Lebens und die Gewohnheiten des Kindes zu informieren. Viel Wert legen wir auf angemessene Raumgestaltung und Spielzeugangebote. Zuviel Spielzeug überfordert die Kinder. Der Raum ist mit unterschiedlichen Materialien ausgestattet, die zum Betrachten, Fühlen und Bewegen einladen. Auf dem Außengelände, im Bewegungsraum der Krippe sowie in der Mehrzweckhalle der Kindertagesstätte können die Kinder ausgiebig ihre körperlichen Fähigkeiten erproben. Wenn sie müde werden, haben die Kinder die Möglichkeit, sich in die “Kuschelecke” und Hängematte zurückzuziehen oder still für sich zu spielen. Ruhezeiten sind unerlässlich, damit sich das Kind erholen und für den Rest des Tages wieder Kräfte sammeln kann. Nach dem Mittagessen ziehen sich eine Erzieherin und die Kinder in den Nebenraum zurück, der als Schlafraum hergerichtet wird. Die Erzieherin nutzt die Einschlafphase des Kindes, um die Beziehung zu ihm weiter auszubauen und ihm gerade in dieser Zeit ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln. Mütter und Väter wissen ihre Kinder in unserer Krippe während ihrer Abwesenheit umfassend betreut. Sie können sich darauf verlassen, dass ihr Kind in der Einrichtung mit seinen individuellen Bedürfnissen wahrgenommen, verstanden und angenommen wird.
3. Ziele unserer pädagogischen Arbeit und deren Umsetzung
3.1. Bausteine der Persönlichkeitsentwicklung
Kinder müssen sich heute mit vielen Problemen auseinandersetzen: • Auflösung der Familienverbände durch hohe Scheidungsraten, • 2-Klassen-Gesellschaft durch hohe Arbeitslosigkeit, • Zunahme der Aggressivität und psychosomatischen Beschwerden der Kinder und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen, • Lernschwierigkeiten, • Drogenmissbrauch, • Kindesmisshandlungen und sexuelle Gewalt, • wenig Zukunftsperspektiven für Jugendliche, • Sekten ...
Was brauchen unsere Kinder heute und für die Zukunft? Kinder müssen größtmögliche Selbstständigkeit und Eigeninitiative, Selbstvertrauen und ein angemessenes Sozialverhalten entwickeln.
Folgende Bausteine, mit deren Hilfe sie die Auseinandersetzung mit der Welt meistern können, führen zur Entwicklung unserer Ziele: • Verlässlichkeit, • Ausdauer, • Konfliktlösungsverhalten, • Fantasie und Kreativität, • Neugier, • Urteilskraft, • Verantwortungsbereitschaft, • Konzentration, • Natur- und Umweltbewusstsein, • Frustrationstoleranz, • Kommunikationsfähigkeit, • Wahrnehmungsfähigkeit
Die Kindertagesstätte hat als sozialpädagogische Einrichtung neben der Betreuungsaufgabe einen eigenständigen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Als wesentliche Schwerpunkte gehen daraus die ganzheitliche Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes sowie die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten hervor.
3.2 Förderung der Lebenskompetenz
Der Kindergarten ist neben dem Elternhaus für die Förderung der Lebenskompetenz von wachsender Bedeutung. Die Lebenskompetenz eines Kindes entfaltet sich durch die Entwicklung der Lernkompetenz, die sich aus Selbst-, Sozial-, Sach- und Methodenkompetenz zusammensetzt. Zunächst entwickelt das Kind seine “Selbstkompetenz”. Es erfährt sich selbst als Person mit seinen Bedürfnissen, Gefühlen, Wünschen, Stärken und Schwächen sowie seinen Körper in spielerischer Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Umwelt. Das Kind im Vorschulalter erforscht und experimentiert mit allen Sinnen im Spiel und in Bewegung. Es lernt handelnd durch das “Be-greifen” und entwickelt somit “Sach- und Methodenkompetenz”, d.h. Wissen und Erfassen von Sinnzusammenhängen. Der Mensch entwickelt sich immer vom “Ich” zum “Du” zum “Wir”. Vornehmlich durch die Entfaltung der “Selbstkompetenz” ist es dem Kind möglich, sich in andere einzufühlen und mit ihnen in wohlwollender Weise umzugehen, die “Sozialkompetenz” zu entwickeln.
Diese Voraussetzungen der “Förderung der Lebenskompetenz” finden auch in der Prävention gegen sexuellen Missbrauch und Suchtverhalten Anwendung. Es sind Kompetenzen, die das Kind befähigen, selbständig und selbstbewusst im Leben zu stehen. Das Suchtrisiko und die Gefahr Opfer sexuellen Missbrauchs zu werden ist bei seelisch stabilen und zufriedenen Kindern geringer. Wir sehen einen wesentlichen Ansatz unserer Arbeit darin, die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen, ernst zu nehmen und das Kind als eigenständige Persönlichkeit anzunehmen. Zu unseren Aufgaben zählt es vor allem, das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl des Kindes zu stärken. Dies bedeutet im Besonderen, dem Kind Freiräume zu lassen für seinen eigenen Antrieb, seine eigenen Pläne, sein eigenes Entscheiden und Handeln. Wir nehmen eine, im positiven Sinne zurückhaltende, Rolle ein und begleiten und unterstützen das Kind auf seinen Erfahrungs- und Lernwegen.
Das Kind lernt u. a.: • “Nein” zu sagen, • Konflikte und Konfrontationen auszuhalten und • eigene Lösungsmöglichkeiten zu finden, • seine eigene Meinung zu äußern, • Frustrationstoleranz aufzubauen, • emotionale Erlebnisfähigkeit zu entwickeln, • Ideen und Vorstellungen umzusetzen, • sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu sein, • sich seiner selbst bewusst zu werden, indem eigene Bedürfnisse und Gefühle wahrgenommen werden, • Verantwortung zu übernehmen, • ein unbefangenes Verhältnis zu Fehlern zu entwickeln.
Nur ein innerlich starkes, selbstbewusstes Kind kann Lebenskompetenz entwickeln.
Starke Kinder halten felsenfest zusammen. Starke Kinder haben Kraft, um sich zu wehren. Pech und Schwefel, die sind gar nichts gegen sie. Ihren Rücken lassen sie nicht verbiegen, starke Kinder, die zwingt keiner in die Knie, und so leicht betrügt man starke Kinder nicht. Starke Kinder Starke Kinder haben Kraft, um sich zu wehren, Und sie seh`n dir frei und ehrlich ins Gesicht. Starke Kinder wollen nur die Wahrheit hören, starke Kinder, die zwingt keiner in die Knie und so leicht betrügt man starke Kinder nicht. (Rolf Zuchowski)
3.2.1 Umgang mit Gefühlen
In unserer “kopfgesteuerten”, schnelllebigen und leistungsorientierten Gesellschaft ist dem Menschen wenig Zeit und Raum für Gefühle geblieben. Doch das, was den Menschen schon im Mutterleib prägt, sind sinnliche Erfahrungen. Und diese sind eng verbunden mit Gefühlen. Die Grundvoraussetzungen für die Ausdrucksfähigkeit und Verarbeitung von Gefühlen sind Anerkennung, Wertschätzung und Liebe. Wir nehmen das Kind als individuelle Persönlichkeit an und geben ihm Raum, Zeit und Sicherheit, seine Gefühle wie Wut, Traurigkeit, Angst, Freude, Liebe und Schmerz mit Rücksicht auf andere erleben und mitteilen zu können. Durch die Wahrnehmung, Bewusstwerdung und Benennung der Gefühle kann das Kind mit ihnen achtsam umgehen lernen, d.h. unangenehme Situationen, Konflikte, Frustrationen bzw. Verzichte lernt das Kind besser zu verarbeiten. Das Kind ist Akteur seiner Entwicklung.
“Bei allem, was man einem Kinde beibringt, hindert man es daran, es selbst zu entdecken oder zu erfinden.” (Jean Piaget)
3.3 Umsetzung des gesetzlichen Bildungsauftrages
Die Umsetzung des gesetzlich festgelegten Bildungsauftrags ist verbindlicher Bestandteil unserer täglichen Arbeit und beginnt mit der Aufnahme des Kindes in die Kindertagesstätte. Ausgehend von den Interessen und Fragestellungen der Kinder wollen wir den Kindern neue Lernerfahrungen ermöglichen, indem wir daran anknüpfen, was sie bereits gelernt haben. Dabei geht es uns nicht darum, auf die reine Wissensvermittlung abzuzielen, sondern darum, die einzelnen Fähigkeiten des Kindes zu stärken. Wir verstehen uns nicht als Übermittler von Wissen, sondern als Begleiter von Lernprozessen. Um Leitlinien zur Umsetzung des Bildungsauftrages für unsere Kindertagesstätte zu erstellen, haben wir die vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur festgeschriebenen 6 Bildungsbereiche zu Grunde gelegt: 1. Körper, Gesundheit und Bewegung 2. Sprache(n), Zeichen/Schrift und Kommunikation 3. Mathematik, Naturwissenschaften und Technik 4. Kultur, Gesellschaft und Politik 5. Ethik, Religion und Philosophie 6. Musisch-ästhetische Bildung und Medien
3.3.1 Körper, Gesundheit und Bewegung
Da Bewegung- und Wahrnehmungserfahrungen fundamentale Bedeutung für den ganzheitlichen Entwicklungs- und Bildungsprozess der Kinder und ihre individuelle und harmonische Persönlichkeitsentfaltung darstellen, sind sie in unserer Konzeption als Schwerpunkt unserer Arbeit ausführlich beschrieben.
Wir bieten den Kindern u. a. folgende Bewegungsangebote: • Aufenthalt im Freien bei jedem Wetter, • Bewegungsfreundliche Raumgestaltung der Gruppenräume, • Mehrzweckhalle , • Waldtage und –wochen, • Turnhallentage in der Grundschule, • regelmäßige Ausflüge, • Außengelände mit Bewegungsbaustelle, • Angebot der Psychomotorik, • Rhythmikangebot
Das Kind erfährt und “be-greift” die Welt über seinen Körper, nimmt sie direkt über seine Sinneskanäle wahr und in sich auf. Besonders in den ersten sieben Lebensjahren bilden sich im Gehirn über Sinneserfahrungen Nervenbahnen aus und vernetzen sich durch Verknüpfungen. Die Wahrnehmungsfähigkeiten sind abhängig vom täglichen Gebrauch der einzelnen Sinnesorgane und sind Voraussetzung zur Ausbildung des Selbstbewusstseins und der Persönlichkeit. Sie stellen lebenslang die wichtigste Grundlage zur weiteren Ausbildung der Denkfunktionen dar und somit für das Lesen, Schreiben und Rechnen.
Die Entwicklung verläuft immer in derselben Reihenfolge: Die Grundlage der Wahrnehmungsentwicklung bilden die Nahsinne (Tastsinn, Bewegungssinn, Gleichgewichtssinn), auf denen die Fernsinne aufbauen. D.h., zuerst muss über die Nahsinne der eigene Körper gefühlt, ausprobiert und erfahren werden. Eine Anregung dieser Sinne erfolgt durch: Balancieren, Springen, Drehen, Hüpfen, Schaukeln, Ziehen, Schieben, Matschen, Barfuss laufen u. s. w. Erst danach folgt die Differenzierung der Fernsinne, die uns Informationen über körperferne Dinge liefern. Über das Sehen, Hören, Riechen, Tasten, Schmecken erobern wir unser Umfeld. Eine Anregung der Fernsinne erfolgt u. a. durch Puzzle, Regelspiele, Riech-, Schmeck- und Tastspiele (Kimspiele) u. s. w. Ergebnisse einer angemessenen Verarbeitung der Sinnesreize sind u. a. Selbstbewusstsein, Konzentration, Denken, Feinmotorik, Fantasie, Sprache, Gefühle ... . Um die zuvor beschriebenen Sinne ausreichend zu entwickeln und zu fördern ist es uns wichtig, dass die Kinder vielfältige Umweltanregungen in ihrem Alltag erhalten; eine Umwelt, die alle Sinne des Kindes anregt und seine Wahrnehmung spielerisch und kreativ durch eigenständige Entdeckungen und ungestörtes Experimentieren aktiviert. Die Stimulierung der Nahsinne stellt somit einen wichtigen Schwerpunkt unserer Arbeit dar.
Ein Beispiel: Ein Kind kann nicht auf einer Linie schneiden. Im “Normalfall” übt man mit dem Kind das Schneiden bis zum Umfallen, setzt aber damit an seinen Schwächen an und zerstört u. U. seine Motivation. Wichtig ist die grundlegende Beobachtung: Sieht das Kind die Linie? Kann es sie wahrnehmen? Kann es überhaupt auf einer Linie laufen? Denn: Der Gleichgewichtssinn (Basissinn) hat Einfluss auf den Sehsinn. Erst wenn Gleichgewichtsreize angemessen verarbeitet werden, können Kinder mit den Augen fixieren und auf der Linie schneiden. Kann das Kind eine Linie wahrnehmen bzw. ist es eine Linie, z.B. auf dem Kantstein, mehrere 1000 Male vorwärts und rückwärts gelaufen, bilden sich Verknüpfungen im Gehirn. Das Kind kann als Folge seine Feinmotorik ausbilden und aus eigenem Antrieb auf einer Linie schneiden lernen. Aus diesem Grund ist ein demotivierendes “Schneiden-Üben” unnötig.
3.3.2 Sprache(n), Zeichen / Schrift und Kommunikation
Sprachentwicklung und –förderung sind zentrale Aufgaben unserer Kindertagesstätte, denn Sprache ist für uns ein wichtiger Zugang zur Welt. Kinder erlernen Sprache durch Hören, aktives Sprechen und Wiederholen. Kinder erwerben Sprachkompetenz „spielend“. Für uns heißt das, dass wir Spiel- und Alltagssituationen schaffen, die Kinder zum Sprechen, Fragen, Antworten, Diskutieren, Fantasieren, Erzählen, Spekulieren, Erfinden, Erklären und Zuhören anregen. Wir ermöglichen vielfältige Spracherfahrungen u. a. durch: • Regelmäßige Gesprächskreise, • Geschichten und Bücher, • Gedichte und Lieder, • Verbale Konfliktlösung, • Phonologische Bewusstheitsförderung, • Aktives Zuhören
Zur Erweiterung der sprachlichen Fähigkeiten und für eine größtmögliche Chancengleichheit aller Kinder in der Schule, bieten wir eine „Spezielle Sprachförderung“ und eine „SPRINT –Maßnahme“ (Sprachintensivtraining) an. Die spezielle Sprachförderung findet mindestens 2x wöchentlich statt und dient in erster Linie der Wortschatzerweiterung. An einer SPRINT- Maßnahme nehmen angehende Schulkinder für 20 Wochen teil, die dem Schulamt auf Grund der Einschulungsgespräche als förderbedürftig gemeldet wurden. Die zu fördernden Kinder sollen zum Schuleintritt über einen Sprachstand verfügen, der eine uneingeschränkte Teilnahme am Unterricht ermöglichen soll. Die Sprachfördermaßnahmen werden durch Landesmittel finanziell gefördert.
In unserer Einrichtung haben die Kinder die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit einer Fremdsprache zu machen. Eine geschulte und erfahrene Kursleiterin vermittelt den Kindern in spielerischer Form primäre Englisch – Kenntnisse.
3.3.3 Mathematik, Naturwissenschaften und Technik
Kinder machen täglich Lernerfahrungen im mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Bereich. Bei der Auswahl der Themen achten wir darauf, dass diese lebensnah sind und für die Kinder einen Alltagsbezug aufweisen. Wenn die Kinder beispielsweise auf dem Spielplatz ausprobieren, wie eine Wippe funktioniert, machen sie erste Erfahrungen mit den Hebelgesetzen. Wenn sie beobachten, wie ein Eiswürfel in den Händen schmilzt, lernen sie, dass Stoffe in unterschiedlichen Aggregatzuständen vorkommen. Wenn sie feststellen wie viele Teller für den Frühstückstisch benötigt werden, machen sie Erfahrungen mit der Mengenlehre. Sie lernen handelnd, indem sich zunächst eine Frage oder Aufgabe stellt, stellen dann Vermutungen auf, die sie für ihre Beantwortung haben, führen daraufhin Experimente durch und ziehen aus den Beobachtungen Schlussfolgerungen, mit denen die Vermutungen bestätigt oder verworfen werden.
3.3.4 Kultur, Gesellschaft und Politik
Kinder erleben täglich andere Kulturen in ihrem Umfeld. Durch Projekte wie z.B. „Familie“, „meine Stadt“, „fremde Länder“ lernen die Kinder u.a. kennen: • Bräuche / Rituale, • Feste, • Sprachen, Lieder, • Gerichte, • Lebensweisen, • Ausdrucksweisen, • Religionen, • Umgang mit gesellschaftlichen Werten
Die Kinder sollen Entscheidungen, z.B. Gruppenregeln, nachvollziehen können. Wir führen in sog. Kinderkonferenzen nach sorgfältiger Anhörung und Abwägen der Argumente eine Abstimmung durch und entscheiden nach dem Mehrheitsprinzip. Dieses Prinzip verfolgen wir auch in unserem Kinderparlament, das im Januar 2009 gegründet wurde. Das Kinderparlament in unserer Einrichtung versteht sich neben den Kinderkonferenzen in den Gruppen als Sprachrohr für die Interessen, Wünsche und Probleme der Kinder. Indem die Kinder mitreden, mitplanen und mitentscheiden, erfahren sie sich selbst als aktiv gestaltend. Im Vordergrund steht hierbei, dass Kinder eigene Lösungsstrategien entwickeln und ausprobieren.
3.3.4.1 Inklusion
In unserer Kindertagestätte begegnen sich Menschen verschiedener Kulturen, unterschiedlicher Lebensumstände, Bedürfnisse und Entwicklungsstände. Durch diese Vielfalt zeichnet sich das Zusammenleben in unserer Einrichtung aus. Jedes Kind besitzt andere Fähig- und Fertigkeiten, welche wir in unsere Gemeinschaft integrieren. Wir bieten dem Kind individuelle Hilfe und Unterstützung an, die es benötigt. Kindern mit besonderen Bedürfnissen bieten wir spezielle Förderung an.
3.3.4.2 Genderbewusstsein
In unserer Kindertagesstätte begegnen sich Menschen mit verschiedenen Geschlechtern. Mädchen und Jungen, Frauen und Männer besitzen ihre eigenen, individuellen geschlechtsspezifischen Erfahrungen. Genderbewusstsein beinhaltet die Berücksichtigung von und den bewussten Umgang mit den verschiedenen sozialen Geschlechtern. Mädchen und Jungen haben verschiedene Rollenmuster, soziale Verhaltensweisen, Vorbilder und Interessen. Um sich mit ihrer eigenen Rolle bzw. Identität auseinander zu setzen, bieten wir den Kindern Angebote wie z.B. Rollenspiele und Verkleidungsmöglichkeiten für „Frauen- und Männerrollen“ an. So können sie geschlechtsspezifische Erfahrungen umsetzen und erweitern. In Form von Puppen mit verschiedenen Geschlechtern oder Kinderbüchern zu diesem Thema, haben Mädchen und Jungen Gelegenheit unterschiedliche Geschlechtsbilder zu erfahren. In unserem täglichen Miteinander erledigen Mädchen und Jungen Aufgaben wie Tisch decken, Tisch abwischen, Kochen und Backen gleichermaßen.
3.3.4.3 Partizipation Partizipation bedeutet für unsere Einrichtung, dass Entscheidungen, die das eigene Leben im Zusammenleben in der Gemeinschaft betreffen, geteilt werden und gemeinschaftlich (demokratisch) Lösungen gefunden werden. Partizipation ist wichtig für die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit. Sie findet in unserer Kindertagesstätte statt durch: • die Gründung eines Kinderparlaments, • das Abhalten von Kinderkonferenzen und Gesprächskreisen, • das Finden gemeinsamer Regeln, • das gemeinsame Erarbeiten von Projekten, • die freie Wählbarkeit von Spielort und Spielpartner, • die gemeinschaftliche Gestaltung des Gruppenraums, • die Entwicklung eigener Streit- und Konfliktlösestrategien durch das Kind Partizipation bedeutet für uns auch die Beteiligung und Mitbestimmung der Eltern. Sie erfolgt in unserer Kindertagesstätte durch: • die Wahl der Gruppenelternvertretung, • die Wahl des Elternbeirats, • Elternabende, • Elternbefragungen (z.B. zur Cafeteria), • regelmäßige Elterngespräche
3.3.5 Religion, Ethik und Philosophie
In unserer Kindertagesstätte können die Kinder gemeinsam „mit Gott groß werden“. Religiöse Feste, Kindergottesdienste und kulturelle Veranstaltungen sind feste Bestandteile und Höhepunkte unserer Arbeit. Wir vermitteln den Kindern Symbolgehalte u.a. durch Geschichten aus der Bibel, Rollenspiele, Aufführungen, religiöse Lieder und Bilderbücher. Kulturen und Religionen lernen wir kennen, indem wir z.B. Kirchen besichtigen und besuchen, Gerichte zubereiten und Lebensweisen erläutern. Dabei ist es uns besonders wichtig die Eltern einzubeziehen. Die Kinder sollen eine wertschätzende Grundhaltung zu Mensch, Tier, Natur und Material entwickeln. Wir vermitteln den Kindern Normen und Werte des sozialen Miteinanders, wie z.B. Konflikte friedlich und angemessen zu lösen. Kinder sind von Natur aus neugierig und beschäftigen sich mit Themen wie z.B. „Woher komme ich?“, „Warum habe ich eine andere Hautfarbe?“. „Warum feiern wir bestimmte Feste?“. Wir greifen diese Fragen auf und setzen uns mit den Themen projektorientiert auseinander.
3.3.5.1 Natur und Umwelt
Unsere Kinder erleben in der heutigen Zeit nur noch selten einen direkten Kontakt zur Natur. Das unmittelbare Erleben mit allen Sinnen hilft den Kindern, ein positives Selbstbild und emotionale Stabilität zu erlangen. Die Natur mit ihrer abwechslungs- und sinnesreichen Umgebung bietet ideale Voraussetzungen für die ganzheitliche Entwicklung unserer Kinder. Es ist uns ein besonderes Anliegen, allen Kindern die Möglichkeit zu geben, spielerisch die Natur aus 1. Hand zu entdecken, zu beobachten und zu erfahren. Aus diesem Grund finden in allen Gruppen regelmäßige Wald- und Ausflugstage oder Waldwochen statt.
Was erreichen wir für unsere Kinder? Die Kinder entwickeln eine Beziehung zur Natur. Das Interesse an Tieren und Pflanzen sowie das Wissen darum werden erweitert; z.B. durch die Beobachtung von Tieren und Pflanzen in Lupengläsern und dem Nachschlagen in Bestimmungsbüchern. Durch umweltbewusste Lebensweise im Alltag lernen die Kinder mit der Natur sorgsam umzugehen und sie zu achten; z.B. durch Müllvermeidung und -trennung. Die Kinder erleben einen behutsamen Umgang mit jeder Art von Leben; z.B. werden keine Pflanzen abgerissen, keine Tiere zertreten. Die Kinder erleben, begreifen und erspüren mit allen Sinnen die Natur; z.B. hören sie den prasselnden Regen, spüren die Regentropfen auf der Haut, riechen den nassen Waldboden. Die Kinder folgen ihrem natürlichen Bewegungsdrang und probieren sich aus. Sie lernen ihren Körper kennen und gezielt einzusetzen; z.B. spüren sie ihren Körper beim Klettern, Balancieren, Hüpfen, Rollen, Laufen, Schieben und Ziehen. Die Vielfalt des Waldes bietet den Kindern viel Raum für Fantasie und Kreativität; z.B. ist ein Tannenzapfen heute eine Puppe und morgen ein Rennauto. Die Kinder erfahren beim Spiel mit Naturmaterialien einen Ausgleich zur heutigen Konsumwelt. Die Kinder nehmen den Kreislauf der Natur wahr; z.B. wird die Veränderung des Baumes während der Jahreszeiten beobachtet. Die Abwehrkräfte der Kinder werden aktiviert, weil sie der Außentemperatur ausgesetzt sind.
3.3.6 Musisch–ästhetische Bildung und Medien
Schwerpunkt der musisch-ästhetischen Bildung ist für uns, die Kinder dabei zu unterstützen ihre Wahrnehmungen auszudrücken. In unserer Einrichtung werden folgende Themenfelder zur musisch-ästhetischen Bildung eingesetzt: Malen und Gestalten, z.B. durch Experimentieren mit unterschiedlichen Farben und Formen sowie Wahrnehmungsspiele mit unterschiedlichen Materialien wie Sand, Farben und Kleister. Wir musizieren mit den Kindern in rhythmischen Einheiten, Klanggeschichten, Theaterspielen und Malen nach Musik. Unsere Medienbildung soll Kindern und Eltern zum Einen den bewussten Umgang mit Medien lehren und zum Anderen die Kompetenz von Medienproduktionen fördern. Wir achten darauf, welche Zugänge die einzelnen Kinder zu Medien haben und welche Aspekte sie beschäftigen. Wir erforschen die Medienvielfalt und erkunden die Mediennutzung u. a. durch Gesprächskreise, bewussten Umgang mit Medien in der Einrichtung und Besuche in Museen. Durch Aufnahme auf Kassetten, Filmen und Fotografieren und das Gestalten eigener Bilderbücher stellen wir Medien selbst her. Eltern werden einbezogen, indem wir sie u.a. einladen, Theaterstücke zu produzieren bzw. sie ihnen vorzuführen und kulturelles Liedgut von ihnen zu erlernen.
3.3.6.1 Fantasie und Kreativität
Kreativität bedeutet, fantasievolle und schöpferische Ideen zu haben und diese zu gestalten. Wir unterstützen die Kinder darin ihre Kreativität u. a. in Tönen (Musik), in Farben (Malerei), in Formen (Skulpturen und Gegenständen), in Mimik und Gestik (Theater, Rollenspiele, Pantomime, Tanz) auszudrücken. Fantasievoll und kreativ sein bedeutet: • auf Entdeckungsreise zu gehen, zu spielen und zu experimentieren, • Dinge zu verwandeln und für Versuche und Irrtümer offen zu sein, • ein Problem selbständig zu erkennen, • eine Lösung anzustreben, auf ihre Brauchbarkeit hin zu überprüfen und dann tatsächlich umzusetzen, • sein Wissen und seine Erfahrungen in diese Überlegungen einzubringen Fantasie und Wahrnehmung machen außerdem empfindsam für die eigenen Gefühle und für die Gefühle anderer. Zur Kreativität gehören auch Wagnis, Mut und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Deshalb ermutigen wir die Kinder immer wieder, unterstützen und stärken sie. Für Kinder ist das Bewusstsein der eigenen Fähigkeiten eine gute Basis für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühles. Beim Ausleben ihrer Kreativität geben wir den Kindern Gelegenheit Eindrücke, Wünsche und Träume zu verwirklichen. Sie können sich in ihrer Kreativität erfahren und ihre Geschicklichkeit erproben. Dies funktioniert aber nur dann zur Zufriedenheit des Kindes, wenn es z.B. eine Bastelarbeit ohne einschränkende Vorlagen ausführen kann. Das Basteln ohne Vorlagen fördert die Selbständigkeit, das Vorstellungs- und Kombinationsvermögen. Diese Kompetenzen sind auch für die Schulfähigkeit wichtig. Kreatives Gestalten und Basteln heißt aber nicht, dass man sich nie von Modellen oder Mustern inspirieren lassen darf. Indem wir als Erzieherinnen und Eltern die Kreativität des Kindes erkennen und respektieren, fördern wir es in seiner Selbständigkeit, befähigen es, sich an Neues heranzuwagen, schon Vorhandenes in Frage zu stellen bzw. Gegebenes weiterzuentwickeln. Lebendige Fantasie und Kreativität stärken und steigern das Selbstwertgefühl und fördern die Intelligenz. Fantasie und Kreativität befähigen die Kinder, durch Eigeninitiative selbständiger und eigenverantwortlicher zu werden, Problemen nicht aus dem Weg zu gehen, nach Lösungen zu suchen. Sie schenken Kindern Glücksgefühle, Erfolg und Lebensfreude. Was wünschen wir unseren Kindern mehr?!
“Mit Kindern kreativ sein, heißt nicht, ihnen möglichst genaue Anleitungen geben, sondern sie selbst ausprobieren lassen.” (R. Seitz, Professor für Kunstpädagogik, München)
3.4 Sinnvolle Schulvorbereitung
Wie lernt ein Kind?
Ein Kind muss bis zum ca. 7. Lebensjahr nicht gebildet werden, es bildet sich selbst. Es ist Akteur seiner Entwicklung. Dabei ist die eigene Wahrnehmung des Kindes Ausgangspunkt. Die Wahrnehmungsfähigkeiten sind abhängig vom täglichen Gebrauch der einzelnen Sinnesorgane und bilden die Grundlage für die weitere Ausbildung der Denkfunktionen und somit für das Lesen, Schreiben und Rechnen. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, dem Kind ausreichend Wahrnehmungs- und Bewegungsmöglichkeiten für diese Selbstbildungsprozesse anzubieten. Dies geschieht über alle Sinne durch Beobachten, Experimentieren, Nachahmen und Spielen.
Wann ist ein Kind schulfähig?
Emotionale Voraussetzungen: Als fundamentale Fähigkeit besitzt das Kind ausreichendes Selbstbewusstsein und Widerstandsfähigkeit, Neugierverhalten und Motivation. Ein Kind, das sich etwas zutraut und Mut zum Ausprobieren hat, lernt leichter. Ebenso hat das Kind ein unbefangenes Verhältnis zu Fehlern. Dies ermöglicht ihm, sich ohne Vorurteile und Hemmungen auf neues Wissen und neue Erfahrungen einzulassen. Die allgemeine Schulfähigkeit ist immer nur dann gegeben, wenn die emotionale Schulfähigkeit ausgeprägt ist. Unsere praktische Umsetzung erfolgt durch: • Motivation zur Eigeninitiative, • Unterstützung bei der Umsetzung eigener Ideen (Raum, Zeit, Material), • Aufarbeitung von Erlebnissen und Ereignissen (Ängste, Enttäuschungen, Konflikte), in Gesprächskreisen oder Einzelgesprächen, • Gestaltung eines fließenden Übergangs von der Kita zur Schule durch intensive Zusammenarbeit mit den Schulen
Soziale Voraussetzungen: Die Gruppenfähigkeit ist erlangt. Aufforderungen an die Gruppe kann das einzelne Kind als für sich verbindlich auffassen. Es kann Regeln verstehen, sich an ihnen orientieren, sie einhalten bzw. verändern und Regelverstöße erkennen. Das Kind hat die Fähigkeit zur Kontaktaufnahme entwickelt.
Unsere praktische Umsetzung erfolgt durch: • Begleitung in Konfliktsituationen, • Gemeinsames Erarbeiten von Lösungswegen, • Rollenspiele
Körperliche Voraussetzungen: Die Grob- und Feinmotorik sind soweit ausgebildet, dass es Bewegungen koordinieren und das Gleichgewicht halten kann. Unsere praktische Umsetzung erfolgt durch: • Großes Angebot an Gelegenheiten zur Bewegung im Gruppenraum, auf dem Außengelände, in der Turnhalle und an Wald- und Ausflugstagen, • Arbeiten mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen, • Bewegungs- und Wahrnehmungsspiele
Kognitive Voraussetzungen: Das Kind hat gelernt, wie man lernt, wie man Wissen erwirbt und es zur Lösung von Fragen und Problemen einsetzt. Es kann Anweisungen verstehen, begreifen und umsetzen. Im Rahmen seiner Spiel- und Wahrnehmungsfähigkeit hat es Mengenverständnis, Merkfähigkeit, Sprachverständnis, Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit entwickelt. Unsere praktische Umsetzung erfolgt durch: • das freie Spiel, • Projektarbeit, • Spiele, Lieder und Geschichten, • Förderung der phonologischen Bewusstheit, • Sprachförderung
In unserer Lernwerkstatt stehen diverse Materialien zu Experimentier- und Erforschungsmöglichkeiten bereit. Das Kind kann hier in Ruhe und konzentriert verschiedene Dinge (z. B. das Wiegen von Gegenständen, den Umgang mit einem Mikroskop, das Ausmessen von verschiedenen Längen u. v. m.) selbständig ausprobieren. Der Selbstbildungsprozess wird angeregt und weiterentwickelt. Das Kind bildet seine Fähigkeiten und Kenntnisse in unserer Lernwerkstatt aus, bekommt Freude am Experimentieren und Lernen. Dieses sind fundamentale Voraussetzungen für die Schule. Die hier beschriebenen Grundvoraussetzungen für die Schulfähigkeit werden durch spielerische Aktivitäten eingeübt, so dass das Spiel ein unersetzliches Medium für Erfahrungen und Entwicklung darstellt. Die Voraussetzungen für die Schulfähigkeit werden während der gesamten Kindergartenzeit und nicht erst im letzten Jahr vor der Einschulung gelegt.
“Nichts kommt in den Verstand was nicht über die Sinne aufgenommen wurde.” (L. Malaguzzi)
Einen kontinuierlichen Übergang auf den Schulbeginn ermöglichen wir im letzten Kindergartenjahr durch intensive Zusammenarbeit mit den Schulen. Diese ist durch einen Kooperationsvertrag verbindlich geregelt.
Den Übergang zur Schule setzen wir u.a. praktisch um durch: • Rollenspiele und themenbezogene Projekte, • Besuche der jeweiligen Grundschulen, • Besuche einer Lehrkraft der jeweiligen Schule in der Kindertagesstätte, • Sprachstandsfeststellung jedes Kindes, • Elterngespräche über die Entwicklung ihres Kindes, • Sprachliche Fördermaßnahmen („SPRINT“, „Spezielle Sprachförderung“), • Einschätzung des Entwicklungsstandes jedes Kindes („SEPP“), • Interdisziplinäre Gespräche, • Gemeinsame Elternabende unserer Kindertagesstätte mit den Grundschulen
4. Methoden und Ansätze
4.1. Situationsorientierter Ansatz
Wir arbeiten in Anlehnung an den situationsorientierten Ansatz, dessen wesentliches Prinzip es ist, sich an der konkreten Lebens- und Alltags-Situation, den Bedürfnissen und Interessen und Erfahrungen des Kindes zu orientieren. Dies beinhaltet das genaue Beobachten des Kindes durch die Erzieher, denn wir nehmen seine Wünsche, Neigungen, Interessen, Ängste und Fähigkeiten wahr und ernst, begleiten und unterstützen es bei seinen Aktionen. Unsere Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es dem Kind ermöglichen, seine und unsere Pläne und Vorstellungen zu leben, um sich selbst zu verstehen und sich die Welt anzueignen. Dabei bestimmt das Kind, welches Thema Bedeutung hat und welche Fragen es dazu bearbeiten möchte.
Was bedeutet dies konkret? • Wir stellen uns auf das einzelne Kind ein, • wir lassen uns auf offene Prozesse ein, • wir stellen uns mit unserem Wissen nicht über das Kind, sondern nehmen gemeinsam, neugierig und partnerschaftlich am Geschehen teil
Dadurch entwickelt das Kind Handlungsinitiative, lernt Ziele und einen Prozess mit Ausdauer zu verfolgen.
„Das Kind steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.“
4.1.1 Spiel
In unserer Kindertagesstätte stellt das Spiel die wichtigste Form des Sich - Bildens dar. Spielen ist Lernen. Durch das lustvoll erlebte, Freude bereitende Spiel fördern wir alle Bereiche, die die Entwicklung und Persönlichkeit des Kindes ausmachen: Motorik: Kinder sind ständig in Bewegung und sind grob- und feinmotorisch aktiv im Spiel. So werden Kraft und Kondition, Geschicklichkeit und Koordinationsfähigkeit gefördert.
Fantasie /Kreativität: Das Kind kann im Spiel frei von Zwängen “einfach nur Kind” sein. Gedanken, Wünsche und Sehnsüchte werden im Spiel ausgelebt, real erlebte Situationen nachgespielt und verarbeitet. Dem Kind ist so die Möglichkeit gegeben, Fantasie, Kreativität, Flexibilität und Spontaneität zu entfalten.
Sprache: Das Spiel motiviert das Kind sich durch Sprache mitzuteilen. Es drückt auf diese Weise Wünsche, Gefühle und Gedanken aus und entwickelt Dialoge.
Sozialverhalten: Durch Kontaktaufnahme zu anderen Mitspielern macht das Kind Erfahrungen mit anderen Menschen. Es lernt, sich in andere hineinzusetzen oder sich durchzusetzen, Niederlagen einzustecken, Konflikte zu lösen und sich an Regeln zu halten.
Wahrnehmung: Über Sinnesempfindungen “be-greift” das Kind seinen Körper und sein Umfeld. Damit bildet die sinnliche Wahrnehmung die Basis für die kindliche Entwicklung.
Selbstvertrauen: Erfolgserlebnisse im Spiel, Anerkennung und Wertschätzung tragen im Wesentlichen zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Aufbau des Selbstwertgefühls des Kindes bei.
Eigeninitiative/Selbstständigkeit: Neugier und die Bereitschaft des Kindes aus eigenem Antrieb aktiv zu sein ist Grundlage für die spätere Lern- und Leistungsmotivation.
Kognition: Im Spiel setzt sich das Kind mit seiner Umwelt auseinander. Dadurch erhält es ständig neue Informationen, die es speichert und zu Wissen ansammelt.
Gefühle: Gefühle wie Neid, Leid, Zuneigung, Mitgefühl und Freude erlebt das Kind im Spiel. Es lernt auf diese Art den Umgang mit Gefühlen.
Wir bieten den Kindern für ihr selbst bestimmtes Spiel Zeit, Raum und Materialien, um Erlebtes zu verarbeiten und wichtige Erfahrungen sammeln zu können.
4.1.2 Freies Frühstück in der Cafeteria „Café Schmatz“
Den Kindern der Elementargruppen wird ein “Freies Frühstück” in Form eines Frühstücksbüffets in unserer Cafeteria angeboten. Die Kinder aus allen Elementargruppen haben Gelegenheit in der Zeit von 8:30 bis 10:00 Uhr in der Cafeteria zu frühstücken. Am Nachmittag wird in der Zeit von 14:00 bis 16:00 Uhr eine kleine Zwischenmahlzeit eingenommen. In der übrigen Zeit stehen Obst und Gemüse als Appetitanreger zur Verfügung.
Uns ist wichtig, dass das Kind dabei selbständig entscheidet, ob und wann es das Spiel für die Mahlzeit unterbrechen möchte. Im Rahmen des Situationsorientierten Ansatzes und unter besonderer Berücksichtigung der Wertschätzung des Spiels wird dem Kind auf diese Weise ermöglicht, sein Spiel nach seinem individuellen Rhythmus zu Ende zu führen und seinen Tagesablauf mit zu gestalten. Es hat sich gezeigt, dass die Kinder, die sich zum Spiel gefunden haben, oft auch gemeinsam essen und so eine gemütliche “Kaffee-Klatsch-Atmosphäre” entsteht.
Das Essen soll Spaß machen und keinem Zwang unterliegen. Wir legen Wert auf eine gepflegte Esskultur und auf eine abwechslungsreiche Ernährung. Das Kind wird ermuntert, eigenständig zu spüren, wann es “hungrig” oder “satt” ist. Durch das Hineinhören in den eigenen Körper wird die Eigenwahrnehmung unterstützt.
Die Kinder lernen zusätzlich lebenspraktische Fertigkeiten wie z.B. den Tisch auf- und abzudecken.
An Wald- und Ausflugstagen bringen die Kinder ein Frühstück von zu Hause mit.
4.1.3 Projektarbeit
Das Kind im Vorschulalter lernt durch sein Handeln. Es “be-greift” durch Anfassen und Erforschen. In unserer Kindertagesstätte werden die Kinder ganzheitlich gefördert. Dies heißt für uns, dass die Entwicklungsbereiche Motorik, Wahrnehmung, Sprache, Selbständigkeit und Kognition kontinuierlich spielerisch angesprochen werden, denn:
“Kinder lernen mit Kopf, Herz und Hand.” (Pestalozzi)
In Projekten werden spielerisch Themen und Bildungsinhalte erarbeitet. Sie entwickeln sich z.B. aus konkreten Erlebnissen, Spielhandlungen, Gesprächen und Ideen der Kinder, Erzieher und Eltern. Wir können Anregungen geben und Bildungsimpulse setzen. Die Thematik orientiert sich immer an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Die Planung und Durchführung erfolgt gemeinsam mit Kindern, Eltern und Erziehern. Wir verstehen uns als Mitlernende. Die Zahl der Projektteilnehmer hängt weitestgehend von der Interessenbindung der Beteiligten ab. Der Verlauf des Projektes ist flexibel und offen, weil während des Prozesses noch Veränderungen vorgenommen werden können.
Projekte finden entweder gruppenintern oder gruppenübergreifend statt. Sie fördern die Zusammenarbeit. Entweder können sie mehrere Wochen in Anspruch nehmen oder sich über einen kürzeren Zeitraum erstrecken. Nach Abschluss eines Projektes findet eine gemeinsame Reflexion statt. Bei allen Aktionen steht für uns die Entwicklung der Eigeninitiative, Neugier sowie Lern- und Entdeckungsfreude im Vordergrund. Uns ist wichtig, dass die Kinder experimentieren, in Bewegung handelnd lernen, dabei Sinnzusammenhänge erkennen und “lernen zu lernen”. Je nach Neigung und Entwicklungsstand ziehen sich die Kinder aus den Projekten ihre persönlichen Erkenntnisse heraus. Für uns stehen nicht die fertigen Produkte bzw. vorzeigbaren Ergebnisse im Vordergrund, denn in unserer Projektarbeit gilt: “Der Weg ist das Ziel”.
Folgende Themen können z.B. zu Projekten werden: “Ich und meine Familie”, “Gesunde Ernährung”, “Bald bin ich ein Schulkind”, “Waldwoche”, “Englisch im Kindergarten”, “Theater -AG” ...
“Kinder sind- ebenso wie Dichter, Musiker und Naturwissenschaftler- eifrige Forscher und Gestalter. Sie besitzen die Kunst des Forschens und sind sehr empfänglich für den Genuss, den das Erstaunen bereitet.” (Loris Malaguzzi)
4.1.4. Regeln und Grenzen
In unserer Kita begegnen sich täglich viele Menschen: Kinder, Eltern, Mitarbeiter...
Um das alltägliche Miteinander zu strukturieren und zu gestalten ist es erforderlich, gemeinsam Regeln und Grenzen zu finden. Denn diese geben Kindern und Erwachsenen einen festen und überschaubaren Rahmen, Orientierungshilfe und Schutz. Ohne Regeln sind Kinder überfordert mit einer für sie unübersichtlichen Welt, in der sie eigenverantwortlich handeln müssen.
Regeln sind unabdingbar: • aus Sicherheitsgründen (z.B. Unfallgefahr), • aus rechtlichen Gründen (z.B. Aufsichtspflicht), • um Rechte und Bedürfnisse anderer zu wahren
In unserer Kita werden in Kinderkonferenzen Regeln gemeinsam mit den Kindern erarbeitet, damit sie diese nachvollziehen, einhalten bzw. hinterfragen können.
Uns ist es wichtig, dass Kinder die Möglichkeit bekommen, einen eigenen Willen zu entwickeln, aber auch lernen, Regeln und Grenzen anzuerkennen.
“Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.” (Mahatma Gandhi)
4.1.5 Lebenspraktisches Lernen
In unserer Kita lernen die Kinder ihren Tagesablauf möglichst selbständig und eigeninitiativ zu gestalten. Innerhalb gemeinsam gefundener Regeln und Grenzen bestimmen sie Form und Dauer der Beschäftigung.
Wir fördern die Selbständigkeit durch lebenspraktische Tätigkeiten wie z.B. selbständiges/n: • An- und Ausziehen, • Tischdecken, • Frühstück zubereiten, • Abwaschen, • Kochen und Backen, • Einkaufen, • Zähne putzen, • Toilettengang, • Gartengestaltung
Für unsere Arbeit bedeutet dies, den Kindern ihre Aufgaben nicht abzunehmen, sondern ihnen genügend Zeit zu geben selbst tätig zu werden. Nur so erfahren sie Zutrauen zu sich selbst und zu ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten. Diese entwickeln und erwerben Sie nicht als isolierte Funktionen, sondern in Handlungszusammenhängen und in der Gemeinschaft mit anderen Kindern. Sie lernen ihre eigenen Stärken und Schwächen kennen und einschätzen. Sie übernehmen Verantwortung und entwickeln Entscheidungsfreude, z.B. beim Planen von Projekten, Gestalten des Gruppenraumes, Anfertigen des Speiseplans und vieles mehr. Wir handeln nach dem Satz von Maria Montessori:
“Hilf’ mir es selbst zu tun!”
4.2 Elternarbeit
Elternarbeit und Elternbeteiligung sind grundlegende Elemente unserer familienergänzenden und -unterstützenden Arbeit im Rahmen der Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder. Die konstruktive, partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Eltern, Erziehungsberechtigten, Großeltern und der Kindertagesstätte sind uns wichtig. Sie basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Wir sehen die Eltern als kompetente Fachleute im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Kinder an. Unser Ziel ist es von- und miteinander zu lernen. Zu unserer Zusammenarbeit gehören: • die Vorstellung der Kita und des päd. Konzeptes, • ein ausführliches Aufnahmegespräch, ggf. in der familiären Umgebung, • Schnupperbesuche, die ein erstes Kennenlernen des Gruppenalltags ermöglichen, • Tür- und Angelgespräche zwischen Eltern und Mitarbeitern, • Elternsprechstunden und ausführliche Entwicklungsgespräche, • regelmäßige Elternabende sowie Elternbriefe, die über das Gruppengeschehen informieren • das Konfliktgespräch, zu dem u.U. ein/e Supervisor/in hinzugezogen werden kann, • gruppenübergreifende Elternabende, auf denen Erziehungsaspekte vertieft werden, wie z.B. Wahrnehmungsförderung, Grenzsetzung, Schulfähigkeit u. v. m., • Hospitationen, die den Eltern insbesondere in der Eingewöhnungsphase einen Einblick in den „Kita- Alltag“ ermöglichen, • Eltern-Kind-Nachmittage, Feste, gemeinsame Ausflüge…, • Umfragen
Die Eltern wählen am Anfang jeden Kindergartenjahres aus ihrer Mitte eine Elternvertretung, deren Aufgabe es ist, die Interessen der Eltern und Kinder zu vertreten und die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern der Kindertagesstätte, Eltern und Träger zu fördern. Durch die Elternvertretung und den Beirat ist eine grundlegende Form der Elternmitwirkung gegeben. Der im Jahr 2005 gegründete Förderverein bietet die Möglichkeit bedürftige Familien bzw. Kinder zu unterstützen und deren Teilnahme an Angeboten, z.B. Ausflüge, “Englisch im Kindergarten”, “Theater - AG” zu ermöglichen , sowie größere Anschaffungen für die Kindertagesstätte finanziell zu fördern. Mithilfe und tatkräftige Unterstützung der Eltern bei Veranstaltungen und Aktivitäten der Einrichtung sind uns sehr willkommen. Gemeinsam können wir viel bewegen.
Wir wünschen uns zum Wohle der Kinder einen offenen Austausch mit Eltern, denn dieser fördert das gegenseitige Verständnis und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
4.3 Teamarbeit
Um die zuvor genannten Ziele, Grundsätze und Schwerpunkte umzusetzen, ist eine gute Teamarbeit erforderlich. Wir arbeiten kooperativ und orientieren uns dabei an folgenden Leitsätzen: • Wir nehmen uns gegenseitig wahr und reden miteinander. • Wir hören uns zu und lassen uns aussprechen. • Wir akzeptieren uns mit unseren Stärken und Schwächen. • Wir lernen voneinander und miteinander. • Wir einigen uns auf gemeinsame Grundregeln und Grundsätze und halten diese auch ein. • Wir ziehen alle an einem Strang. • Wir sprechen Konflikte offen an, sind bereit sie auszutragen. • Wir denken und handeln eigenverantwortlich und mitverantwortlich. • Wir sehen nicht nur die eigene Gruppe, sondern die Kita als Ganzes. • Wir können Fehler und Grenzen eingestehen. • Wir können uns aufeinander verlassen, haben Vertrauen und unterstützen uns gegenseitig.
Jeder bringt sich selbst, mit seiner eigenen Biographie, seinen Fähigkeiten und Kompetenzen in das Team ein. Daraus erwächst eine Vielfalt an Kreativität, Ideen, Erfahrungsschätzen und Handlungsmöglichkeiten. Regelmäßige Dienstbesprechungen, Teamsitzungen, Fortbildungen und gemeinsame Aktivitäten wirken sich auf die Qualität unserer Zusammenarbeit aus und motivieren uns, immer wieder mit Freude die alltägliche pädagogische Arbeit gemeinsam mit den Kindern zu gestalten.
4.4 Zusammenarbeit mit Schulen
Der Übergang schulpflichtiger Kinder von der Kita zur Schule soll durch eine am jeweiligen Entwicklungsstand und an der Alterssituation der Kinder orientierten Zusammenarbeit mit der Schule erleichtert werden. Zu diesem Zweck hat unsere Kindertagesstätte mit den Schulen im Einzugsgebiet eine verbindliche Vereinbarung über die Verfahren und Inhalte der Zusammenarbeit, insbesondere zur Vorbereitung des Schuleintritts, abgeschlossen (lt. KitaG § 5, Abs. 6).
4.5 Öffentlichkeitsarbeit
Unsere Kindertagesstätte ist in das Gemeinwesen der Kirchengemeinde und der Stadt Bad Bramstedt eingebunden und hat einen wichtigen Platz im gesellschaftlichen Leben. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit machen wir unsere pädagogische Arbeit nach außen transparent. So erhält unsere Kindertagesstätte ein unverwechselbares Profil.
Beispiele unserer Öffentlichkeitsarbeit sind: • Elterngespräche, -briefe, -abende, • Tage der offenen Tür, • Feste, • Info-Veranstaltungen zu pädagogischen Themen, • Besuche anderer Kitas und Schulen, der Bücherei, Polizei, Gärtnerei, Waldgebiete, Feuerwehr, Bäckerei und des Bauernhofes, • Pressearbeit, Konzeption, Infostände, • Kontakt zu anderen Institutionen und med. und päd. Fachkräften
4.6 Qualitätssicherung
“Ich weiß nicht ob es besser ist, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.” Qualität ist für uns, unserem Anspruch an die pädagogische Arbeit gerecht zu werden und die Bedürfnisse der Kinder und Eltern wahrzunehmen. Wir sichern die Qualität unserer Arbeit ständig, indem wir für unseren Tätigkeitsbereich Regeln entwickeln und auf deren Einhaltung achten. Bei Nichteinhaltung suchen wir nach den Gründen und bemühen uns um Veränderung. In regelmäßig stattfindenden Arbeitskreisen entwickeln wir ein Qualitätshandbuch, das zum Ziel hat durch fortlaufende Überprüfung die Qualität unserer Arbeit zu verbessern. Das Qualitätshandbuch unserer Kindertagesstätte ist unter Berücksichtigung des Merkmalkataloges des „Nordelbischen Arbeitskreises“ entwickelt worden.
4.7. Maßnahmen zum Schutz des Kindeswohls
Unsere evangelischen Kindertageseinrichtungen sind freie Träger der Jugendhilfe und als solche Träger eigener Aufgaben. Sie haben aus den jeweiligen Betreuungsverhältnissen eigene vertragliche Leistungspflichten gegenüber den zu betreuenden Kindern, die sich in erster Linie auf die Förderung von deren Entwicklung beziehen. Als vertragliche Nebenpflicht übernehmen sie dabei auch eine Schutzpflicht für die ihnen anvertrauten Kinder. Darüber hinaus kommt ihnen nach § 2 des Kinderschutzgesetzes Schleswig-Holstein bei der Sicherung des Rechtes von Kindern auf Schutz vor Gefahren für ihr körperliches, geistiges und seelisches Wohl eine besondere Bedeutung zu. Allerdings reicht die eigene Schutzpflicht der evangelischen Kindertageseinrichtungen nur so weit, wie eine Gefährdung des Kindewohls in der jeweiligen Einrichtung oder aufgrund konkreter erkennbarer Anhaltspunkte besteht. Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung sind insbesondere:
Auffälligkeiten • des äußeren Erscheinungsbildes des Kindes • des Verhalten des Kindes • der körperlichen Entwicklung des Kindes • der kognitiven und sozialen Entwicklung des Kindes • des Verhaltens der Erziehungspersonen der häuslichen Gemeinschaft • der familiären Situation • der Wohnsituation.
Die Fachkräfte der Einrichtung werden hierzu in Fortbildungen geschult.
Näheres ist in einer aufgrund von § 8 a SGB VIII abgeschlossenen Trägervereinbarung zwischen der Kirchengemeinde Bad Bramstedt und dem Kreis Segeberg geregelt und in einer internen Dienstanweisung konkretisiert, die allen Beschäftigten der Kindertageseinrichtung bekannt und zugänglich ist.
Darin ist insbesondere geregelt, dass eine Fachkraft der ev. Kindertagesstätte bei gewichtigen Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte abschätzen und hierbei eine insoweit erfahrene Fachkraft hinzuziehen muss und welches trägerinterne Verfahren sich anschließt.
Hinsichtlich der Übermittlung von Informationen werden die datenschutzrechtlichen Regelungen des DSG-EKD, der DVO-NEK und der §§ 61 ff. SGB VIII beachtet und erfolgt die Weitergabe in anonymisierter Form, soweit dies mit dem konkreten Schutzauftrag vereinbar ist.
Der Träger beschäftigt nur Personen, die für die Tätigkeit persönlich geeignet sind. Insbesondere dürfen im Hinblick auf den Schutz des Kindeswohls keine Personen beschäftigt werden, die wegen einer in § 72 a S.1 SGB VIII aufgeführten Straftat rechtskräftig verurteilt worden sind. Das Nähere hierzu ist ebenfalls in der Trägervereinbarung zwischen der Kirchengemeinde Bad Bramstedt und dem Kreis Segeberg geregelt.
5. Impressum
Herausgeber: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kindertagesstätte Schatzkiste Immenhagen 9 24576 Bad Bramstedt Tel.: 04192/81695-13 Fax: 04192/81695-12 E-Mail: kita-schatzkiste@kirche-badbramstedt.de
Erarbeitet und erstellt von den Mitarbeitern der Kindertagesstätte.
1. Auflage 2004 2. Auflage 2006 3. Auflage 2009
Das Kopieren der Konzeption oder Teilen daraus ist nicht erlaubt. Das Urheberrecht liegt bei der Ev.-Luth. Kindertagesstätte “Schatzkiste”.
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